Neuer KV für Fluglotsen bringt mehr Personal und Gehalt

Für 1.000 Beschäftigte der Austro Control gibt es einen neuen KV.
Für 1.000 Beschäftigte der Austro Control gibt es einen neuen KV. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Nach mehreren Verhandlungen konnte am Donnerstagabend eine Einigung um den Kollektivvertrag der heimischen Austro Control erzielt werden.

Für die 1.000 Beschäftigten der heimischen Austro Control, davon 350 Fluglotsen, ist am Donnerstagabend zwischen Unternehmen und Gewerkschaft vida eine Einigung über einen neuen Kollektivvertrag erzielt worden.

Austro-Control-KV-Abschluss erzielt

Verständigt hat man sich auf eine Personalaufstockung bei den Fluglotsen, die in der Vergangenheit über eine immer höhere Arbeitsbelastung geklagt hatten, und auf eine Ausbildungsoffensive. Zudem solle es finanzielle Anreize für die Beschäftigten geben, ohne die Stabilität des Unternehmens zu gefährden, hieß es am Abend aus der Austro Control zur APA.

Zur Höhe der Gehaltsaufbesserung haben beide Verhandlungsseiten Stillschweigen vereinbart, man wolle erst die Belegschaft informieren. Nach der letzten Runde lag man bei 2,15 bzw. 3 Prozent mehr Gehalt (gestaffelt nach Altersgruppen) und 5.000 Euro Prämie, doch versagten damals die Gewerkschaftsgremien dazu letztlich ihr Okay.

Proteste bei KV-Verhandlungen

Im bisherigen Verlauf waren die KV-Gespräche auch von einer größeren Protest-Betriebsversammlung begleitet gewesen, die am 25. März zu Flugabsagen und zahlreichen Verspätungen am Airport Wien-Schwechat und im gesamten heimischen Luftraum geführt hatten.

Die Arbeitnehmervertreter hatten fehlendes Personal als ein Kernproblem der Flugsicherung beklagt, und dies in ganz Europa. Um einen neuen KV und Maßnahmen zur Reduktion der hohen Belastung der Fluglotsen war seit Ende vorigen Jahres gerungen worden.

Flugsicherung stockt auf und legt 5 Prozent auf Lotsen-Gagen drauf

Immer mehr Flugverkehr, immer mehr Arbeit für die Fluglotsen. Dem trägt nun eine Vereinbarung der Austro Control mit den Gewerkschaften Rechnung. Die Zahl der Ausbildungsplätze wird deutlich erhöht, Einsätze in Spitzenzeiten im Sommer werden besser abgegolten. Für die Fluglotsen gibt es bis zu 5 Prozent mehr Gehalt und außerdem für 2019 eine Prämie von 5.000 Euro.

Die nun abgeschlossenen Verhandlungen waren von einer Protest-Betriebsversammlung letzte Woche begleitet gewesen, die in Wien-Schwechat und im heimischen Luftraum für zahlreiche Verspätungen und Flugabsagen gesorgt hatte.

Erstmals gibt es eine Gehaltstabelle für die Fluglotsen, die gegenüber dem jetzigen Status um 5 Prozent höher liegt. Auch die Einstiegsgehälter (5.000 Euro) werden entsprechend angehoben. Damit wolle man attraktiver werden im Vergleich zu ausländischen Flugsicherungen und junge Leute für die Austro Control gewinnen, sagte Daniel Liebhart von der Gewerkschaft vida am Freitag zur APA. Er ist Austro-Control-Betriebsrat und selber Lotse.

Der nunmehrige Abschluss sei ein erster Schritt, so der Gewerkschafter. In Deutschland verdienten Fluglotsen zwischen 30 und 40 Prozent mehr als in Österreich.

Mehr Fluglotsen: Zweimal jährlich 20 Trainees

Um mehr Fluglotsen und Lotsinnen zu rekrutieren, werden über mehrere Jahre zweimal 20 Trainees pro Jahr eingestellt – also 40 Lotsenschüler pro Jahr aufgeteilt auf zwei Kurse, um mehr Personal aufzubauen und Pensionsabgänge abzudecken. In den kommenden Jahren stehe eine Welle von Pensionierungen an, die in manchen Dienststellen bis zu 50 Prozent der Beschäftigten betreffe. In nächster Zeit würden dazu die Personalpläne aktualisiert.

350 der rund 1.000 Beschäftigten in der Austro Control sind Fluglotsen. Die Austro-Control-Mitarbeiter arbeiten entweder im alten (besser dotierten) Kollektivvertrag “KV 1” – da steigen die Gagen um 2,15 Prozent – oder im neueren KV 2, wo die Gagen rückwirkend per Jänner um 3 Prozent steigen; für die Lotsen kommen im Juli nochmals 2 Prozent dazu – in Summe sind es ab da 5 Prozent. Für alle Fluglotsen im “KV 2” wurde demnach vereinbart, dass die Gehaltstabelle um 5 Prozent höher wird. Für Neueinstellungen gilt jeweils der neue KV.

Aus Sicht der Austro-Control-Geschäftsführung umfasst das Ergebnis ein weitreichendes Entlastungspaket für die Fluglotsen, eine wichtige Ausbildungsoffensive und finanzielle Verbesserungen für die Mitarbeiter. Damit werde aber auch die langfristige wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sichergestellt.

(APA/Red)

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