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Neuer IAEO-Chef verschärft Ton gegenüber dem Iran

Der neue IAEO-Chef Yukiya Amano
Der neue IAEO-Chef Yukiya Amano ©APA (Schlager/Archiv)
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) ist unter ihrem neuen Chef Yukiya Amano auf einen härteren Kurs gegenüber dem Iran eingeschwenkt. Diplomaten erwarten, dass Amano diese Haltung auch im Gouverneursrat zeigen wird, der ab Montag in Wien zum ersten Mal unter seiner Leitung zusammentritt. Das könnte der Forderung nach neuen Strafmaßnahmen gegen den Iran Nachdruck verleihen.

Sanktions-Befürworter hoffen, auch Russland und China zu überzeugen, die sich im UNO-Sicherheitsrat gegen ein härteres Vorgehen bislang quer legen. In Amanos erstem Bericht zum Iran im Februar fanden sich deutliche Worte. Die IAEO sprach den Verdacht aus, dass das Land an der Entwicklung eines atomaren Raketensprengkopfs arbeitet. Der Bericht sei klarer und schärfer im Ton als die vom früheren IAEO-Generaldirektor Mohamed ElBaradei präsentierten Erkenntnisse, sagte ein europäischer Diplomat, der wegen der heiklen politischen Lage nicht genannt werden wollte. “Amano wird das in diesem Ton darstellen – nicht mehr und nicht weniger”, fügte er hinzu.

Der Iran könnte mit unüblichen persönlichen Angriffen auf den Japaner dagegenhalten und versuchen, ihn als unerfahrenen und willfährigen Diener des Westens abzuwerten. In einer Reaktion auf den Bericht verwies die Islamische Republik darauf, dass Amano seine Aufgabe erst übernommen habe und ihm das Format seines Vorgängers ElBaradei fehle.

Der Iran hat im Februar zum Missfallen der IAEO mit der Anreicherung von Uran auf einen Reinheitsgrad von 20 Prozent begonnen. Auch damit werden sich die 35 Mitgliedsländer des Rates bei ihrem Treffen befassen. Die Anreicherung löst Besorgnis aus, weil von dieser höheren Stufe aus nur wenige Monate Arbeit nötig sind, um auf den Grad von 90 Prozent Reinheit zu kommen wie er für den Einsatz in Atombomben gebraucht wird.

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