Rückgang des Wasserverbrauchs in Österreich prognostiziert

Im Durchschnitt werden in den österreichischen Haushalten pro Person und Tag 135 Liter Wasser verbraucht.
Im Durchschnitt werden in den österreichischen Haushalten pro Person und Tag 135 Liter Wasser verbraucht. ©DAPD
Anlässlich des Weltwassertages am morgigen Donnerstag hat das Umweltministerium am Mittwoch eine neue Studie der Universität für Bodenkultur Wien über den Wasserverbrauch in Österreich präsentiert. Im Rahmen dessen wurden Daten der vergangenen zehn Jahre gesammelt, neue Daten gemessen und ausgewertet.
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Von besonderer Bedeutung war die Frage, wie sich technische Entwicklungen, demografische Faktoren und das Klima auf den Wasserverbrauch auswirken wird. So sei es nun möglich, die Ursachen für den oft sehr unterschiedlichen Wasserverbrauch besser zu verstehen. Generell stellen Wasserversorgungsunternehmen vielerorts seit längerem einen Rückgang im Pro-Kopf-Verbrauch aus den öffentlichen Versorgungsnetzen fest. Im Durchschnitt werden in den österreichischen Haushalten pro Person und Tag 135 Liter Wasser verwendet. Damit liegt Österreich im Vergleich zu anderen Ländern bei einem eher niedrigem Pro-Kopfverbrauch.

Wichtige Faktoren: Temperatur und Haushaltsgröße

Der Wasserbrauch nehme jedoch mit steigender Temperatur zu, wie die Studie ergab, und sei somit ein wichtiges Thema vor dem Hintergrund Klimawandel und Versorgungssicherheit in Österreichs Trockenregionen. Im Sommer schlagen die Außenbereiche wie Pool und Gartenbewässerung deutlich zu Buche. Auch die Haushaltsgröße spielt eine wichtige Rolle beim Pro-Kopf-Verbrauch. Ein Single-Haushalt benötigt 240 Liter pro Tag, während in einem Fünf-Personen-Haushalt nur 90 Liter pro Tag und Person verwendet werden. Die Begründung liegt in der Reinigung der Wohnung oder der besseren Ausnutzung von Waschmaschine und Geschirrspüler. Wichtige Einflussfaktoren sind auch Uhrzeit, Wochentag, Witterung bis hin zum individuellen Verbrauchsverhalten, wie die Studie besagt.

Sinkender Verbrauch prognostiziert

Für die Zukunft sagen die Studienautoren insgesamt einen weiteren leichten Rückgang des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs voraus. Vor allem wird der Innenwasserverbrauch der Haushalte durch die steigende Anzahl von Wasser sparenden Haushaltsgeräten und Armaturen weiter sinken, die Temperatursteigerungen infolge des Klimawandels werden hingegen Verbrauchssteigerungen im Außenbereich nach sich ziehen. Die Verbrauchsspitzen in der derzeitigen Form werden jedoch weiterhin existieren und sogar noch etwas steigen. Insgesamt wird in Regionen mit steigenden Bevölkerungszahlen der Wasserverbrauch zunehmen.

Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser

In Österreich wurden zur flächendeckenden Sicherung der Trinkwasserversorgung seit 1959 etwa zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Wasserversorgungsinfrastruktur investiert und mit öffentlichen Förderungen (Bund, Länder) unterstützt. Inzwischen werden mehr als 90 Prozent der Bevölkerung zentral über das öffentliche Wasserversorgungsnetz versorgt. Das Trinkwasser kommt zu 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser und wird zumeist ohne weitere Aufbereitung an die Verbraucher verteilt. Die Versorgung der Bevölkerung erfolgt aus etwa 12.000 Brunnen und Quellen über mehr als 76.000 Kilometer Wasserleitungsnetz und einer Vielzahl an dafür notwendigen sonstigen technischen Anlagen wie etwa Pumpwerke.

Studie der Boku Wien

Finanziert wurde die Boku-Studie “Wasserverbrauch und Wasserbedarf” vom Umweltministerium und der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). “Die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser in ausreichender Menge ist die Basis für Gesundheit, Wohlstand und die hohe Lebensqualität in Österreich”, so Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V). Aktuelle Daten seien für die Planung der Wasserversorgung “äußerst wertvoll”, sagte der Minister.

(APA)

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