Neue Studie zeigt Menschen als Hauptverursacher der Fäkalien in der Donau

Die Fäkalien-Verschmutzung in der Donau stammt hauptsächlich vom Menschen.
Die Fäkalien-Verschmutzung in der Donau stammt hauptsächlich vom Menschen. ©VIENNA.at/Jennifer Schindl
Die Medizinische Universität Wien, die Technische Universität Wien und die Karl Landsteiner Privatuniversität Krems untersuchten die Wasserhygiene der Donau und kamen zu einem interessanten Ergebnis: Der Mensch ist der Hauptverursacher der Fäkalverunreinigung in der Donau.

Trotz Abwassermanagement und Kläranlagen stammen die meisten Fäkalien, die in der Donau zu finden sind, vom Menschen. Zu diesem Ergebnis kamen die Universitäten in ihrer umfangreichen Studie. Mit einer neuen molekulargenetischen Methode, mit der die Bakterien-DNA untersucht wird, war eine eindeutige Unterscheidung zwischen mikrobiellen Fäkalienbelastungen menschlichen oder tierischen Ursprungs möglich. So konnte man den Wasserverschmutzungsverursacher der Donau identifizieren.

Donau-Studie zeigt Fäkalien-Belastung durch den Menschen

“Flüsse dienen häufig der Gewinnung von Trinkwasser. Verunreinigungen mit Fäkalien stellen daher eine potenzielle Gefährdung der Gesundheit dar. Die standardisierten Nachweismethoden basieren auf der Kultivierung von Fäkalindikatorbakterien und geben keine Auskunft über die Kontaminationsverursacher, also ob die Fäkalien menschlichen oder tierischen Ursprungs sind. Das von uns in der Donau-Studie angewendete genetische Verfahren gibt hingegen genau darüber Auskunft”, erklärt Prof. Farnleitner, der den Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL Krems leitet.

“Das Ergebnis war eindeutig: Über eine Länge von 2.580 Kilometern stammen die mikrobiellen Fäkalbelastungen in der Donau vor allem vom Menschen. Die Rolle von Weidevieh und intensiver Schweinehaltung entlang des Flusses war überall vergleichsweise gering. Das ist insofern bedeutend, als menschliche Verunreinigungen potenziell gefährlicher sind. Denn die darin enthaltenen Arten von Krankheitserregern besitzen für den Menschen in der Gesamtheit ein höheres Infektionspotential als dies tierische Erreger haben. Aber – auch das muss in aller Deutlichkeit gesagt werden – die Donau ist für ihre Größe, dank der zahlreichen Gewässerschutzmaßnahmen, ein ausgesprochen sauberes Gewässer”, erläutert Prof. Alexander Kirschner vom Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien), der gemeinsam mit Prof. Farnleitner die Studie koordinierte.

(Red.)

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