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Neue Straßenbahnen im Jachtdesign nach Marseille: Bald auch in Wien?

Eine Straßenbahngarnitur der aus der "Flexity"-Serie.
Eine Straßenbahngarnitur der aus der "Flexity"-Serie. ©APA/Bombardier
Das Wiener Bombardier-Werk liefert dieser Tage neue Niederflurstraßenbahnen im Jachtdesign in die französische Hafenstadt Marseille. Insgesamt sechs Langgarnituren um je vier Millionen Euro sind künftig zusätzlich zu den bereits 26 dort verkehrenden Kurzzügen unterwegs.

Beide Versionen stammen aus der “Flexity”-Serie. Dieses Modell könnte bald auch in Wien unterwegs sein. Denn Bombardier will eine Flexity-Bim ins Rennen schicken, sollten die Wiener Linien die nächste, bis zu 180 Züge umfassende Straßenbahntranche ausschreiben – anstatt die mit Siemens vereinbarte vertragliche Option für weitere ULFs zu ziehen.

“Wir würden uns über einen fairen Wettbewerb sehr freuen”, so Standortleiter Bruno Kittner am Freitag am Rande einer Pressekonferenz. Falls gewünscht, werde man die Einstiegshöhe des ULF von rund 20 Zentimeter ebenfalls erreichen, wurde versichert. Die Wiener Linien haben bereits angekündigt, bis Jahresende über die Vorgangsweise entscheiden zu wollen. Die nächste Tranche soll jedenfalls ab Ende 2015 geliefert werden, so der Plan.

Niederflur-Bims in der ganzen Welt

Seit den 1990er-Jahren baut Bombardier im Wiener Werk das Flexity-Modell. Die ersten Züge wurden 1998 nach Linz geliefert, inzwischen sind knapp 1.300 derartige Niederflur-Bims in der ganzen Welt unterwegs. Karosserie und Technik sind stets so gut wie gleich, Optik und Sonderausstattungen variieren je nach Kundenwunsch. Für die Garnituren in Marseille wurde etwa ein spezielles modernes Design entwickelt, das an die Schifffahrtstradition der diesjährigen Kulturhauptstadt erinnern soll. Die Front ist einem Ozeandampfer nachempfunden, weiße Verkleidung und große Fenster sollen an eine Jacht gemahnen.

261 Passagiere kann ein siebenteiliger Langzug transportieren. Die 26 schon eingesetzten fünfteiligen Kurzzüge für 200 Fahrgäste wurden in den vergangenen zwei Jahren vor Ort um zwei Segmente nachgerüstet, was dank der modularen Bauweise möglich sei. Dank selbiger könne – etwa nach Unfällen – auch die Fahrerkabine binnen eines Tages getauscht werden, wodurch lange Stehzeiten in der Werkstatt vermieden würden, hieß es.

Bombardier will auch in Wien punkten

Mit solchen Assets hofft man im Falle einer Ausschreibung auch in Wien zu punkten, wobei sich die Bombardier-Führung auf Nachfrage etwa betreffend Kosten oder Design zum Bundeshauptstadt-Konzept erneut sehr zurückhaltend zeigte. Laut einem internen Projektpapier verspricht Bombardier der Stadt aber beispielsweise Einsparungen von Wartungskosten in Höhe von mehr als 300 Mio. Euro – durchgerechnet für 170 Langzüge und einer Laufzeit von 30 Jahren. Visualisierungen lassen eine optischen Ähnlichkeit zum jetzigen ULF von Siemens erkennen.

Was die Fahrzeugkosten anbelangt, kommen die Marseille-Garnituren jedenfalls auf vier Mio. (Langversion) bzw. 2,4 Mio. Euro (Kurzzug) pro Stück. Ob sich die Kosten auch auf das Wiener Modell umlegen lassen? “Dazu kann ich keine Angaben machen”, so Kittner. Man müsse allerdings schon berücksichtigen, dass im Falle Marseilles nur wenig Züge und ein spezielles Design bestellt wurden. Sprich: Bei einem großen Wiener Auftrag wären die Bims deutlich billiger.

Viel Sicherheit auf den Gleisen

Falls es zur Ausschreibung kommt, könnte Bombardier womöglich auch die Sicherheitskarte ausspielen. Denn das Unternehmen entwickelt derzeit mit dem AIT (Austrian Institut of Technology) ein Sensoriksystem, dass automatisch Hindernisse auf den Gleisen erkennen und dann je nach Entfernung entsprechende Maßnahmen – von Warnsignalen bis zur Notbremsung – einleiten soll. Getestet wird die Novität derzeit in Deutschland. Kittner geht davon aus, dass die Sache ab kommenden Jahr Serienreife erreicht haben wird.

In Wien selbst gibt es Niederflurstraßenbahnen seit gut eineinhalb Jahrzehnten. Seit 1997 rattert der ULF – die Abkürzung steht für “Ultra Low Floor” – durch die Bundeshauptstadt. Siemens hatte den vorausgegangenen Auftrag für die ersten 150 Züge erhalten, weil das Wiener Werk u.a. mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe von nur 19 Zentimetern punkten konnte. Sieben Jahre später sicherte sich der Technologiekonzern den Folgeauftrag um 357 Mio. Euro. Dieser umfasst 150 weitere Garnituren – mehr als zwei Drittel wurden schon geliefert – und eine Option auf eine dritte, noch einmal 150 Bims umfassende Lieferung.

(APA)

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