Neue "Möwe"-Kampagne

Zwei Hände, die sich in einen Mädchenkopf krallen -das zeigt das neue Plakat-Sujet des Kinderschutzzentrums „Die Möwe“.

Damit möchte man eine „Enttabuisierung des sexuellen Missbrauchs an Kindern“ erreichen, erklärte die Präsidentin des Vereins, Martina Fasslabend, bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien. Sie ist überzeugt: Nach der Aufregung um die letzte Kampagne mit einem „Love Doll“-Sujet wurde „hier ein guter Mittelweg gefunden“.

Nach außen hin seien Schmerzen und Qualen von missbrauchten Kindern oft nicht sichtbar, sagte Fasslabend, „die Hände weisen deutlich auf die Problematik hin, sie sollen auch die Betrachter des Plakates packen und bewegen“. Das Sujet soll eventuelle Opfer auch ermutigen, sich Hilfe zu holen, denn „das Thema ist nach wie vor von Scham und Schuld bestimmt“, weiß Alfred Pritz, Rektor der Sigmund-Freud-Klinik in Wien.

Im Juli diesen Jahres zog der Verein die „Love Doll“-Kampagne mit dem Abbild einer kindlichen Sex-Puppe nach Anzeigendrohungen zurück. „Wir wollten auch jetzt wieder eine starke Kampagne, die aufrüttelt, aber nicht so polarisiert“, zog Fasslabend ihre Schlüsse aus dem Vorfall. „Wir glauben aber nach wie vor, dass das Thema stark gezeichnet werden muss, weil sich sonst nichts bewegt.“

Die Kreativarbeit übernahm auch diesesmal wieder die Wiener Werbeagentur Publicis, sie betreut „Die Möwe“ seit vier Jahren kostenlos. Ab 23. November wird das Plakat in ganz Österreich affichiert.

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