Neue Gewalt zwischen Serben und KFOR in Nordkosovo

Die Räumung einer serbischen Straßensperre im Dorf Jagnjenica ist für Belgrad eine "Provokation".
Die Räumung einer serbischen Straßensperre im Dorf Jagnjenica ist für Belgrad eine "Provokation". ©EPA
Serben und Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR sind am Montagvormittag im Nordkosovo erneut aneinandergeraten. Bei der Räumung einer serbischen Straßensperre im Dorf Jagnjenica westlich der Stadt Mitrovica seien zwei Soldaten durch Schüsse leicht verletzt worden, bestätigte KFOR-Sprecher Frank Martin in Pristina (Prishtina). Die Serben meldeten wenigstens 30 Verletzte durch Tränengas und Gummigeschoßen.

Serbischen Medienberichten zufolge wurden die NATO-Soldaten mit Steinen und Schlagstöcken beworfen, die internationale Schutztruppe reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas. Keiner der Verletzten sei in Lebensgefahr.

Serbische Politiker in Belgrad kritisierten die KFOR-Aktion als “Provokation”. Demgegenüber rechtfertigte die von der NATO geführte Truppe ihren Einsatz damit, sie müsse nach ihrem Auftrag für die ungehinderte Bewegungsfreiheit im ganzen Kosovo sorgen.

Protest richtet sich gegen kosovarische Zöllner

Die KFOR forderte den Bürgermeister von Zubin Potok, Slavisa Ristic, auf, die Protestierenden zur Einstellung ihrer Aktion zu bewegen. Die KFOR will in Jagnjenica einen neuen KFOR-Kontrollpunkt errichten. Die serbische Volksgruppe im Nordkosovo protestiert mit Barrikaden gegen die Anwesenheit von kosovarischen Zöllnern an den zwei nordkosovarischen Grenzübergängen Jarinje und Brnjak. Sie lehnen jede Autorität Pristinas in diesem Teil des Kosovo ab. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Monaten 18 Straßensperren errichtet, mehrere wurden von der KFOR entfernt.

Serbien will Sonderstatus für Nordkosovo

Am Mittwoch wollen Belgrad und Pristina erneut über das Streitthema sprechen. Die kosovarische Regierung will eine “integrierte Grenzkontrolle” von Vertretern Pristinas, Belgrads und der internationalen Gemeinschaft an allen Grenzen erreichen. Serbien winkt diesbezüglich ab und hält am De-facto-Sonderstatus für den Nordkosovo fest. An den Grenzübergängen Jarinja und Brnjak im Nordkosovo müsse ein “besonderes Regime” herrschen, betont der serbische Chefunterhändler Borko Stefanovic. Das Gebiet nördlich des Flusses Ibar wird fast ausschließlich von Serben bewohnt und entzieht sich der Kontrolle Pristinas.

(APA)

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