Neue Expertenregierung für Krisenstaat Jemen

Im Jemen sind am Freitag die 36 Minister der neuen Expertenregierung vorgestellt worden, die das verarmte Land aus der politischen Krise führen sollen. Zum Kabinett gehören auch vier Frauen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sanaa berichtete. Als neuer Außenminister ist der Karrierediplomat Abdullah al-Saydi vorgesehen, für die Leitung des Verteidigungsressorts General Mahmoud al-Sobehy.


Spannungen zwischen den rivalisierenden religiösen und politischen Gruppen im Land hatten die Regierungsbildung lange verzögert. Um die blutige Krise im Jemen zu beenden, unterzeichneten die größten politischen Parteien am vergangenen Samstag im Beisein des UN-Gesandten Jamal Benomar schließlich ein Abkommen, das die Bildung einer Regierung aus Technokraten vorsieht. Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und Regierungschef Khaled Bahah wurden damit beauftragt, eine “fähige Regierung” zu bilden. Außerdem sagten die Konfliktparteien zu, das Kabinett zu unterstützen.

Die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen kontrollieren neben der Hauptstadt Sanaa auch die strategisch wichtige Hafenstadt Hudeida. Im Namen der schiitischen Minderheit fordern sie mehr politische Mitsprache. Wegen des Houthi-Vormarschs griffen die sunnitischen Stammesmilizen zu den Waffen und zogen an der Seite des Terrornetzwerks Al-Kaida gegen die Schiiten in den Kampf.

Der Jemen wird seit dem Sturz von Machthaber Ali Abdullah Saleh im Jahr 2012 von Gewalt und schweren politischen Unruhen erschüttert. Dem mehrheitlich schiitischen Iran wird von Sanaa und dem ebenfalls sunnitisch geprägten Nachbarland Saudi-Arabien vorgeworfen, die Houthi-Rebellen zu unterstützen – ähnlich wie bei der von Teheran protegierten schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

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