Neue Chance für Ernst Geiger im Bundeskriminalamt

Ernst Geiger
Ernst Geiger ©APA
Ernst Geiger war früher Leiter der Wiener Kriminaldirektion 1. Nach einem massiven Skandal wurde er gerichtlich rehabilitiert. Nun wechselt er ins Bundeskriminalamt, als Leiter der Abteilung Organisierte und Allgemeine Kriminalität.

Der frühere Leiter der Wiener Kriminaldirektion 1, Ernst Geiger, wechselt offiziell ins Bundeskriminalamt (BK): Ab Montag wird er vorläufig mit der Leitung der Abteilung 3 betraut, sagte BK-Sprecher Alexander Marakovits am Freitag zur APA. Die Leitungsfunktion wird allerdings noch ausgeschrieben. Die Abteilung 3 war bisher von Erich Zwettler geführt worden, der seit Dienstag als interimistisch das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) führt. Deren Chef Werner Autericky war nach nur rund eineinhalb Jahren überraschend zurückgetreten.

Der Topkriminalist Geigers feiert damit sein Comeback in der Verbrechensbekämpfung: Seit den frühen Achtzigern war er in die größten Fälle involviert gewesen, unter anderem überführte er den Prostituiertenmörder Jack Unterweger, fand die gestohlene “Saliera” und verfolgte die “Rammbockbande”.

Im Jahr 2006 kam seine Karriere jedoch kräftig ins Wanken: Geiger wurde vorgeworfen, einem befreundeten Betreiber einer Rotlicht-Sauna einen Razziatermin verraten zu haben. Ein Urteil wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses hatte die Suspendierung zur Folge, wurde jedoch vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Im zweiten Rechtsgang setzte es im März 2008 dann einen Freispruch.

Im Mai bestätigte der OGH das Urteil und Geiger war voll rehabilitiert. Als Ursprung der Anschuldigungen gelten polizeiinterne Intrigen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst war Geiger als Berater für den Magna-Konzern Frank Stronachs tätig. Erst im vergangenen Juli war er überraschend wieder zur Polizei zurückgekehrt, allerdings ohne eine nennenswerte Position zu bekleiden.

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