Neue Ausstellungen in der Secession zeigen Licht, Öffis und Melonen

Am 3. Mai beginnen gleich drei neue Ausstellungen in der Wiener Secession.
Am 3. Mai beginnen gleich drei neue Ausstellungen in der Wiener Secession. ©Lilli Strauss/dapd
Gleich drei neue Ausstellungen sind ab dem 3. Mai in der Wiener Secession zu sehen. Sehr unterschiedlich beschäftigen sich die Künstler mit Themen wie Licht, öffentlichen Verkehrsmitteln und Obst.

Die Wiener Secession richtet den Scheinwerfer auf das filmische Licht: Mit der ersten Werkschau des belgischen Künstlers David Claerbout in Österreichwird der Betrachter im Hauptraum des Ausstellungshauses zu einer Reflexion über Licht und Zeit eingeladen. Der erste Blick fällt allerdings auf Wassermelonen. Zwei überdimensionale Stücke der Kürbisgewächse thronen derzeit in den Schildkrötenvasen Robert Oerleys vor dem Jugendstilbau. Sie stimmen mit Augenzwinkern auf die zweite neue Schau, “Not Moscow not Mecca” des Kollektivs Slavs and Tatars, ein.

Licht spielt in den Filmen vin Claerbout eine große Rolle

Der Hauptraum der Secession liegt im Dunkeln. Einzig die projizierten Videos werfen ihren Schein auf den mit Folie verspiegelten Boden. Gezeigt werden Arbeiten Claerbouts aus den vergangenen zehn Jahren. In der 36-minütigen Einstellung “The Stack” aus 2002 fällt beispielsweise nur zwei Minuten der Lichtstrahl hinter einer Autobahn auf einen dort liegenden Obdachlosen. In “The Long Goodbye” aus 2007 entfernt sich die Kamera über Minuten von einer Frau, die aus einer Villa tritt und sich winkend vom vermeintlichen Gast verabschiedet.

Das Hauptwerk der Wiener Schau ist allerdings “Bordeaux Piece”. Dabei hat der Belgier im Laufe eines Monats einen zehnminütigen Kurzfilm 75 Mal exakt nachgedreht. Einzig die Tageszeit des Drehs wanderte sukzessive von 5.30 Uhr auf 22 Uhr. Und so wird das kleine Beziehungsspiel dreier Protagonisten nun in Wien gezeigt.

Farbenfrohes im Grafischen Kabinett der Secession

Im Grafischen Kabinett der Secession geht es hingegen farbenfroher zu. Slavs und Tatars sinnieren dort humorvoll mit überdimensionalen Obstskulpturen. Neben verschiedenen Früchten wie Maulbeere oder Granatapfel gehört für sie auch die Wassermelone dazu, die sich eben vor der Secession findet. “Wassermelonen sind eine Karikatur, sie stehen für das andere”, so das Kollektiv im Pressetext.

“Öffentliche Verkehrsmittel” lautet der Titel der dritten Ausstellung 

Als wahrer Secessionist erweist sich hingegen der deutsche Künstler Stephan Dillemuth, der für die dritte kleine Schau in der Secession verantwortlich zeichnet. Unter dem Titel “Öffentliche Verkehrsmittel” hat er sich in den rechten Seitenraum des Hauses zurückgezogen, der von der Secession selbst nicht, sondern nur von außen begehbar ist. Diese Ausstellung ist täglich bis 22 Uhr geöffnet. “Ich habe mich secessioniert”, so Dillemuth. In seinem Refugium zeigt er einen Brunnen als Symbol des dörflichen Treffpunkts. Die Installation “Ohne Alles, auch ohne Titel” wirft hingegen einen öffentlichen Raum auf die Wände, und in der Videoarbeit “The Hard Way to Enlightenment” sinniert Dillemuth über künstlerische Forschung und Selbstermächtigung.

Die Secession (1., Friedrichstraße 12) hat jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.  “Diese Sonne strahlt immer” von David Claerbout, “Öffentliche Verkehrsmittel” von Stephan Dillemuth und “Not Moscow Not Mecca” von Slavs and Tatars werden vom 3. Mai bis 17. Juni 2012 gezeigt.
Der Eintritt kostet 8,50 Euro, Ermäßigungen sind möglich.
(APA/ Red.)

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