Neue Aufregung um Dirie

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Für neue Aufregung rund um das mysteriöse Verschwinden der bekannten Autorin Waris Dirie ("Wüstenblume") haben am Montag Interviews mit jenem Taxifahrer gesorgt, mit dem es das Ex-Model zu tun gehabt haben soll.

Der Mann berichtete am Montag in belgischen Medien von einer freiwillig gemeinsam verbrachten Nacht. Er habe die Frau weder “entführt, noch vergewaltigt oder misshandelt”, sagte der 45-Jährige unter anderem laut der Zeitung “Het Niewsblad”.

Vielmehr habe er Dirie auf der Straße aufgelesen und mit ihr in einem Haus, 20 Kilometer von Brüssel entfernt, übernachtet, behauptete der Mann gegenüber Medien wie dem Blatt “La Derniere Heure”. Laut der Zeitung “De Standaard” habe der Taxler Dirie in der Nacht auf den 5. März in sehr betrunkenem Zustand angetroffen. Sie sei schnell sehr zutraulich gewesen und habe ihren Kopf auf seine Schulter gelegt, so seine Sicht der Dinge. Es sei aber nicht zum Sex gekommen, wird der Mann im “Het Niewsblad” zitiert.

Ganz anders beschreibt Dirie hingegen die Vorkommnisse während ihres Verschwindens in Brüssel. Von Vergewaltigungsversuchen durch einen Taxler, der sie entführt haben soll, ist die Rede. Der Anwalt der Autorin, Gerald Ganzger, sieht die Interviews als Beleg für die Berichte seiner Mandantin, sollte der in den Medien zitierte Taxifahrer tatsächlich jener Mann sein, von dem auch Dirie erzählt habe: “Sie hat immer gesagt, dass sie außerhalb der Stadt gebracht wurde.”

Der Taxilenker berichtete in den Medien, gemeinsam mit Dirie in ein Haus außerhalb der Stadt gefahren zu sein. Dort soll sich die Autorin seiner Darstellung nach nackt ausgezogen haben und schlafen gegangen sein. “Ich habe mich auch entkleidet und bin ihr gefolgt. Aber ich habe sie nicht angegriffen und es nicht einmal versucht”, heißt es im “Standaard”. Später habe er Dirie nach dem Tanken an einer Brüsseler Tankstelle zurückgelassen.

Diries Anwalt hofft durch die Medienberichte auf Aufklärung: “Wir haben die österreichische Polizei bereits gebeten, ein Foto des Mannes zur Vorlage für Frau Dirie zu übermitteln”, erklärte Ganzger. So könne sie den Täter gegebenenfalls identifizieren und man könne gegen den Mann Anzeige erstatten.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft gab am Montag bekannt, dem Verschwinden Diries nur nachzugehen, wenn eine formelle Anzeige in Belgien erstattet werde. Nur wenn Dirie persönlich oder ein von ihr autorisierter Anwalt mit Zulassung in Belgien in Brüssel formell Anzeige erstatte, werde die Justiz wieder tätig werden, sagte der erste stellvertretende Staatsanwalt Brüssels, Jozef Colpin, auf Anfrage der APA. Auch wenn das von der österreichischen Polizei angefertigte Protokoll mit den Aussagen Diries übermittelt sei, werde der Fall nicht wieder aufgenommen. Laut Ganzger ist das Einschalten eines belgischen Juristen “kein Problem”.

Waris Dirie war am 4. März nach Brüssel gereist, nach einem Disco-Besuch verschwunden und bis 7. März wie vom Erdboden verschluckt. Zwei Tage nach ihrem Wiederauftauchen erklärte sie, das Hotel nicht mehr gefunden zu haben und auf der Suche danach auf ihren Peiniger gestoßen zu sein.

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