NEOS-Kritik an Wiener KAV: Verlustgeschäft durch externe Berater

Der KAV soll durch externe Berater einen Verlust eingefahren haben.
Der KAV soll durch externe Berater einen Verlust eingefahren haben. ©APA/HANS KLAUS TECHT
11,9 Millionen Euro ausgeben und dadurch 150 Millionen Euro einsparen. Das Beratungsprojekt des Wiener KAV sieht auf dem ersten Blick nach einer TOP-Investition aus. Beim genaueren Hinsehen wurde laut NEOS ein Verlustgeschäft ausgehandelt.
Energetik-Affäre des KAV

Ein aktueller Stadtrechnungshofbericht legt einen verheerenden Fall von fehlender Kostenkontrolle offen: Ziel des Beratungsprojekts “SOUND” war es, Sachkosten in der Höhe von 150 Mio. Euro einzusparen, bei Kosten von 11,9 Mio. Euro. “Letztendlich betrugen die Beraterkosten fast 30 Mio. Euro, während sich die Einsparungen auf lediglich 29 Mio. Euro belaufen. Es ist unfassbar, wie unprofessionell hier mit hohen externen Beraterkosten umgegangen wurde”, erklärt NEOS Wien Klubchefin Beate Meinl-Reisinger.

U-Ausschuss auch für den KAV

“Wegen genau solcher Projekte sind wir der Meinung, dass sich die Untersuchungskommission nicht nur mit dem KH-Nord sondern mit dem gesamten KAV beschäftigen sollte. Kontrollorgane und Vorstand haben hier komplett versagt, jegliche Kostenkontrolle fehlt offenbar. Denn dass es zu diesem horrenden Missverhältnis von Kosten und Einsparung kommen konnte, ist umso beachtlicher, als die KAV-Leitung bereits 2014 auf die Kostenüberschreitung hingewiesen wurde.”

Falschinformationen zu Einsparungen

NEOS Wien Gesundheitssprecher Stefan Gara ergänzt: “Schon die Ausgangsdaten für die Berechnung der Einsparungen waren falsch, was unseren Eindruck bestätigt, dass im KAV mit fehlerhaften und unvollständigen Daten gearbeitet wird. Auch die Mitarbeiter wurden laufend mit falschen Informationen über die angeblichen Einsparungen gefüttert.”

Laut KAV Kostenoptimierung sehr wohl erfolgreich

Der Wiener Krankenanstaltenverbund hat am Dienstag versichert, dass in den vergangenen Jahren sehr wohl ein erfolgreiches Sachkostenoptimierungsprojekt durchgeführt wurde. Die Einsparungen wurden in einer Aussendung auf 142 Millionen Euro beziffert. Der Stadtrechnungshof – der Zweifel an den Maßnahmen geäußert hatte – habe nur einen kleinen Ausschnitt geprüft, hieß es.
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