NEOS: Ganztägiges Bildungsangebot für Drei- bis Zwölfjährige gefordert

Die NEOS-Chefin plädiert für eine gemeinsame Schule wenigstens bis zum Alter von zwölf Jahren.
Die NEOS-Chefin plädiert für eine gemeinsame Schule wenigstens bis zum Alter von zwölf Jahren. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Dem heimischen Bildungssystem fehle es an einem ganztägigen Angebot für Drei- bis Zwölfjährige, wie NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kritisiert.

Die NEOS wollen einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Bildungsangebot für alle Kinder von drei bis zumindest zwölf Jahren. Außerdem plädierte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger bei einer Pressekonferenz am Freitag für eine gemeinsame Schule - idealerweise bis zum Alter von 14 oder 15 Jahren, als "Kompromissangebot an die Betonierer in der ÖVP" aber wenigstens bis zwölf.

Gemeinsamer Freiraum Schule optimale Lösung für NEOS

Wenn man sie frage, was die "eine" Maßnahme für das Bildungssystem sei, wäre das nicht der Laptop oder das Notebook, meinte Meinl-Reisinger. "Es ist viel banaler: Es braucht einen gemeinsamen Freiraum Schule mit einem hochqualitativen Angebot und einen Rechtsanspruch ab dem dritten Lebensjahr eines Kindes bis zwölf oder 14 Jahre auf ein ganztägiges Angebot mit einem warmen, gesunden Mittagessen." Ab zwölf Jahren verliere dann die Ganztägigkeit aufgrund des Alters der Kinder an Bedeutung.

Trennung in AHS und Mittelschule mit zehn Jahren zu früh

Die Trennung der Kinder mit zehn Jahren in AHS und Mittelschule hält die NEOS-Chefin für zu früh. Den Begriff Gesamtschule will sie aber unbedingt vermeiden - das vermittle den Eindruck, dass alles nach "Schema F" verlaufe. Eine Schule müsse aber autonom sein und Schwerpunkte setzen können. Generell wollen die NEOS eine gemeinsame Schule bis 14 oder 15 Jahren, an die eine mittlere Reife sowie erst dann eine Spezialisierung anschließt.

Bildungsminister wirft NEOS "Showpolitik" vor

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) warf die NEOS-Chefin eine "Showpolitik" vor. Das habe sich etwa beim Corona-Bonus nur für Direktoren oder der Einführung des neuen Fachs "Digitale Grundbildung" ohne ausreichende Lehrerfortbildung gezeigt. Außerdem vermisse sie von ihm die Ansage, wie er sich eine Bildungspolitik im 21. Jahrhundert abseits von Corona-Maßnahmen vorstelle.

Wiederkehr will mehr Mittel für Kindergärten

Der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) verlangt vom Bund vor allem mehr Kindergarten-Mittel für Gemeinden und Länder. Derzeit würden die Verhandlungen zur neuen 15a-Vereinbarung in dieser Frage "träge" verlaufen. Auch die zusätzlichen Ausgaben für Lehrpersonen zum Unterricht der Kinder aus der Ukraine müssten abgegolten werden. Und schließlich dürften auch die neu geschaffenen Förderstunden zum Ausgleich der Lernverluste in der Corona-Zeit nicht wieder gekürzt werden. "Es braucht diese Sonderunterstützung auch im nächsten Schuljahr. Das ist gut investiertes Geld."

(APA/Red)

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