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Neo-Austrianer Baumgartlinger: "Wir können viel erreichen"

Soll das Blanchard-Erbe antreten: Julian Baumgartlinger
Soll das Blanchard-Erbe antreten: Julian Baumgartlinger ©APA (Archiv)
Mit Julian Baumgartlinger geht einer der hoffnungsvollsten Jung-Fußballer Österreichs in seine erste Saison in der rot-weiß-roten Bundesliga. Der 21-jährige Kapitän der ÖFB-U21-Nationalmannschaft, der von 2001 bis 2009 für 1860 München aktiv war, hat sich nach einem enttäuschenden Abgang von den "Löwen" für die Wiener Austria entschieden und traut sich und seinen neuen Kollegen einiges zu.

“Die Qualität in der Mannschaft ist sehr hoch, das sieht man im Training und in den Vorbereitungsspielen. Ich denke, dass wir uns nicht verstecken brauchen und selbstbewusst in die neue Saison gehen dürfen. Wir können sehr viel erreichen”, meinte Baumgartlinger im Gespräch mit der APA. Die Austria startet am 19. Juli (Sonntag) in die Meisterschaft, zum Auftakt steht gleich das Auswärtsmatch gegen Titelverteidiger Salzburg auf dem Programm.

Neben dem Salzburger haben die Austrianer von Trainer Karl Daxbacher u.a. auch Zlatko Junuzovic, Manuel Ortlechner, Florian Klein oder Michael Liendl und damit reichlich Österreicher eingekauft. Auch diese Tatsache hat für Baumgartlinger bei der Wahl seines neuen Clubs eine entscheidende Rolle gespielt.

Baumgartlinger soll im defensiven Mittelfeld der Violetten u.a. in die großen Fußstapfen des langjährigen Leitwolfs Jocelyn Blanchard (jetzt Austria Kärnten) treten. Das Aushängeschild von Österreichs U21-Nationalmannschaft weiß, dass die Erwartungshaltung groß ist. “Aber nicht nur an mich, sondern an die gesamte Mannschaft.” Dass ihn viele Experten auch bereits als zukünftigen fixen Bestandteil des ÖFB-A-Teams sehen, kann er persönlich nicht ganz nachvollziehen. Obwohl er ja in der WM-Qualifikation gegen Serbien bereits zum Kader von Teamchef Dietmar Constantini gezählt hatte.

“Ich habe noch kein einziges Bundesligaspiel absolviert und bisher immer in der U21 gespielt. Ich sehe meine nahe Zukunft in der U21 und warte ab, wie sich die Sache mittelfristig entwickelt”, meinte Baumgartlinger bescheiden. Dass er nun im krassen Gegensatz zu seinen letzten Monaten in München, wo er auf dem Abstellgleis gelandet war, in Wien ein herzlich willkommener Hoffnungsträger ist, tut ihm natürlich gut.

“Die Austria hat mir früh signalisiert, dass sie mich haben will. Wenn man von einem Verein geholt und gewollt wird, dann ist das immer schön. Da ist die Wertschätzung ganz anders, als wenn man aus der eigenen Jugend eines Vereins kommt. Ich habe mich bei der Austria auf Anhieb sehr wohl gefühlt und bin sehr gut aufgenommen worden. Die Austria ist für mich eine gute Chance, im Profifußball Fuß zu fassen.” In der vergangenen Saison war Baumgartlinger von 1860-Trainer Marco Kurz und dessen Nachfolger Uwe Wolf mehr oder weniger links liegen gelassen worden, in den ersten 15 Runden kam Baumgartlinger nur zu sechs Kurzeinsätzen (maximal 36 Minuten), danach schaute er monatelang nur mehr zu.

Als Gründe dafür sieht Baumgartlinger einerseits die große Konkurrenz auf seiner Position, andererseits aber auch die Tatsache, dass er keinen Fürsprecher im Verein hatte. Erst als Ewald Lienen im Saisonfinish aufgrund des drohenden Abstiegs das Ruder übernahm, zählte Baumgartlinger in den abschließenden zwei Partien wieder zur Startelf. Doch das kam zu spät, um seinen Abgang zu verhindern. “Zu diesem Zeitpunkt war die Sache für mich bereits abgeschlossen. Da konnte nichts und niemand mehr etwas ändern.” Auch Wutausbrüche Lienens über den Umgang des Clubs mit “Tafelsilber” wie Baumgartlinger brachten nichts mehr.

Das Kapitel 1860 ist längst abgehakt, aus sportlicher Sicht fiel der Abschied aus München nicht schwer. Privat sah das jedoch ganz anders aus, schließlich musste Baumgartlinger seinen Münchner Freundeskreis und seine Freundin zurücklassen. Die Freundin aber nur bis auf weiteres, denn sie bestreitet ihr Logopädie-Studium nur noch im kommenden Jahr in München, danach wird sie es in Wien fortsetzen.

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