Nelly Furtado begeisterte im Gasometer

Schöner hätte die Wien-Premiere von Nelly Furtado nicht ausfallen können: Die Kanadierin mit portugiesischen Eltern sprühte am Montagabend im vor Energie und überzeugte auf ganzer Linie.

Sie mag das Aussehen einer Fado-Sängerin haben, von Traurigkeit spürt man in ihren Songs allerdings nichts. „Meine Musik ist positiv, ich will die Leute positiv beeinflussen“, so die 25-Jährige im Interview mit der APA. In der Halle gab es dann auch nur lachende Gesichter, als Furtado gekonnt Pop und Ethno zu tanzbaren Rhythmen zusammenführte.

“Guter-Laune-Sound” am laufenden Band

Mit ihrer Band, mit der sich die Sängerin großartig zu verstehen scheint, zelebrierte Nelly ein Feuerwerk an Gute-Laune-Sounds, ohne auch nur einen Ton lang banal oder oberflächlich zu wirken. Der Shootingstar präsentierte Lieder aus beiden Alben, besonders zugkräftig natürlich die Hits „I’m Like A Bird“, „On The Radio“, „Turn Off The Light“ (alle drei vom Debüt „Whoa, Nelly!“), „Try“, die Fußballhymne „Forca“ und als Zugabe „Powerless“ von der aktuellen CD „Folklore“.

„Songs ergeben sich aus einem Gefühl, sie sind nicht rational zu erfassen, darum erkläre ich meine Lieder nicht gerne. Aber ich spreche gerne über die Umstände, unter denen ein Stück entstanden ist“, betonte Furtado im Gespräch vor dem Konzert. Beziehungen bilden ein zentrales Thema in den Texten. „Liebe ist nicht wie im Film. Im Leben läuft es nie perfekt zwischen zwei Menschen. Aber gerade das ist das Tolle daran. Man kann Gefühle nicht lenken“, sagte die Sängerin.

Zeit und Leidenschaft für Musik ist Pflicht

Hits sind natürlich wichtig in ihrem Beruf, die Alben sollen dennoch keine simple Ansammlung von Singles sein, meinte Furtado. „Ich bin mit der Plattensammlung meines Vaters aufgewachsen, mit coolen Sachen wie Led Zeppelin oder Billy Joel. Später habe ich Bands wie Smashing Pumpkins gehört. Diesen Künstlern geht es nur um die Musik.“ Sie selbst wolle ausschließlich mit Leuten arbeiten, die genügend Zeit und Leidenschaft ins Studio mitbringen. „Auf meinem letzten Album kamen 30 Instrumente zum Einsatz. Musiker schaffen aus dem Nichts eine Energie, eine Stimmung – das ist etwas Magisches.“

Dass sie ihren ersten Erfolg „I’m Like A Bird“ nicht als Muster für ähnliche Lieder verwendet hat, versteht sich für Nelly Furtado von selbst. „Platten sind wie Bücher oder Häuser – jede hat ein eigenes Innenleben, jede bietet Überraschungen und Räume zum Entdecken. Sobald die Leute vorhersehen können, wie meine neuen Sachen klingen, höre ich sofort auf zu singen.“

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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