Naturschutz: Biosphärenpark Wienerwald stellt sich vor

Die Lebensregion am Rande Wiens darf sich mit dem Titel „Biosphärenpark“ schmücken. Die Verbindung von Naturschutz und ökonomischem Nutzen steht im Vordergrund.

Nationalparks, das sind in Österreich seit langem bekannte Einrichtungen zum Schutz der Umwelt. Der Begriff Biosphärenpark aber sagt hierzulande wenigen Menschen etwas. Der Region Wienerwald wurde dieser Titel im Jahr 2005 von der UNESCO verliehen. Deshalb stellt sich die Bio-sphärenpark Wienerwald GmbH in den Bezirken Wiens vor, die in seinem Einzugsbereich liegen (13., 14., 16., 17., 18., 23.). Den Anfang machten Hietzing und Penzing am 20. November im Amtshaus am Hietzinger Kai. Die Bezirksvorsteher Heinz Gerstbach (Hietzing) und Andrea Kalchbrenner (Penzing) sind stolz auf die Lebensqualität ihrer Bezirke, die vor allem auf die vielen Grünflächen zurückzuführen sind. Der Biosphärenpark sei ein zusätzliches Mittel, diese auch zu erhalten. Gerade die Wald- und Wiesengebiete am Rande der Stadt sind heute ein beliebtes Objekt für Neubauten. Durch den Park aber sei der Wienerwald dem Druck der Verbauung nicht ausgesetzt, sagte Kalchbrenner bei der Vorstellung.

Was aber ist ein Biosphärenpark nun genau? Gerfried Koch, der Direktor des Parks, erklärt diese Einrichtung so: „Ein Nationalpark dient ausschließlich dem Naturschutz, ein Biosphärenpark aber umfasst Gebiete, die nach Jahrhunderten der Nutzung und Pflege zu einer ganz besonderen Kulturlandschaft geworden sind.” Der Wienerwald ist ein Paradebeispiel dafür: Am Rande einer Großstadt liegt ein Naturjuwel, das viele Gemeinden in Wien als auch in Niederösterreich umfasst.
Ziel eines Biosphärenparks ist es, die Natur zu schützen, aber gleichzeitig die Region zu einer Lebensregion für verantwortungsvolles Wirtschaften und Handeln zu entwickeln. Die Nachhaltigkeit steht dabei immer im Vordergrund: „Wenn wir einen Mehrwert in der Region schaffen, dann profitieren auch die Bürger davon.” Die Wiener würden die Region schon seit langem intensiv als Naherholungsraum nutzen. Gerade Hietzing sei mit dem Lainzer Tiergarten ein gutes Beispiel dafür.

Auch ein Teil des Tiergartens Schönbrunn liegt auf dem Gebiet des Biosphärenparks. Für die Direktorin des Tiergartens Schönbrunn, Dagmar Schratter, sind Naturschutz und Ökonomie durch kluge Bewirtschaftung durchaus unter einen Hut zu bringen: Von Wienerwaldwiesen, die den Unterschlupf für bedrohte Tierarten bieten, bezieht der Zoo beispielsweise das benötigte Heu für seine Tiere. Der Tiergarten Schönbrunn, so kündigte Schratter an, werde sich künftig auch stärker als bisher der Präsentation von heimischen Tierarten widmen. Auch Andreas Januskovecz, dem als Forstdirektor der größte Teil der Wiener Grünfläche des Biosphärenparks untersteht, betont, dass eine Erholungsfunktion und eine wirtschaftliche Nutzung des Gebiets vereinbar seien. Wie durch nachhaltiges Management ein Mehrwert zu erzielen sei, zeigen beispielsweise die Weingärten und die Erzeugung von Qualitätsfleisch mit dem Projekt Wienerwald Weiderind. „Den Biosphärenpark in den nächsten Jahren so selbstverständlich machen wie den Tiergarten Schönbrunn”, das ist das Ziel, das sich Direktor Gerfried Koch für die nächsten Jahre gesetzt hat.

Michael Riedmüller

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