Naturbestattungen in Wien: Waldfriedhof, Baum- und Strauchgräber

Naturgräber werden laut Friedhöfe Wien immer beliebter.
Naturgräber werden laut Friedhöfe Wien immer beliebter. ©APA
Wer ein naturnahes Grab haben möchte, kann aus dem Angebot der Friedhöfe Wien wählen. Die einzige Vorraussetzung: Eine Kremation.

Die Idee, die diesen Bestattungsformen zu Grunde liegt, ist die Aufnahme der Asche durch einen Baum, Strauch oder andere Pflanzen und damit die Rückkehr in den Kreislauf der Natur. So gibt es die Möglichkeit zur Beisetzung bei den Wurzeln eines Baumes auf dem Waldfriedhof, Baum- und Rasengräber oder die Beisetzung im Urnengarten. Auf Wunsch können die Namen der Verstorbenen auf einem gemeinsamen Gedenkstein graviert werden.

Markus Pinter, Geschäftsführer der Friedhöfe Wien, erklärt die zusätzlichen Angebote mit dem Wunsch nach einer Individualisierung des Grabes: “Neben den klassischen Grabarten wie dem Erdgrab oder dem herkömmlichen Urnengrab haben uns immer mehr Anfragen und Wünsche nach naturnahen Bestattungsformen erreicht. Wir richten uns natürlich nach den Wünschen unserer Kunden und haben daher einige alternative Grabarten entwickelt. Wichtig ist vielen Kunden, dass sich die Angehörigen nicht um die Grabpflege kümmern müssen. Ein Vorteil ist auch, dass bei unseren alternativen Grabarten die Friedhofsinfrastruktur (Toiletten, gute Zugänglichkeit auch im Winter) mit genutzt werden kann. Wir bekommen sehr positive Reaktionen auf unsere neuen Angebote.”

Baum- und Strauchgräber

Eine Stätte der Andacht und des Trostes. Der Baum bildet das Zentrum. Um diesen Mittelpunkt sind die vier Felder mit den einzelnen Stellen für die Urnenbeisetzung angeordnet. Der Platz der Baumgräber ist durch eine kreuzförmige Wegführung begehbar. Mit dem Entgelt sind sämtliche Erhaltungs- und Pflegekosten abgedeckt. Ebenfalls als schöne Möglichkeit naturnaher Bestattung erweist sich das Pendant zum Baumgrab, nämlich das Strauchgrab in der Gruppe 2. Ähnlich den Baumgräbern sind um die Sträucher im Mittelpunkt drei Felder mit den Begräbnisstellen für insgesamt etwa 150 Strauchgräber angeordnet. Der Graberwerb gilt für eine Ruhezeit von zehn Jahren und kann auf weitere zehn Jahre verlängert werden. Die Beisetzung ist auch hier in biologisch abbaubaren Urnen möglich.

Der Waldfriedhof am Wiener Zentralfriedhof

In einem stillen Teil des Wiener Zentralfriedhofs wurde Mitte Mai 2009 der Waldfriedhof eröffnet.Das 10.000 m2 große Areal zeichnet sich durch einen 40 bis 60 Jahre alten Baumbestand aus. Es sind vorwiegend Ahorn und Esche, von Efeu und Immergrün bewachsen. Grabgestaltungskosten fallen ebenso wenig an wie Grabpflege. Für alle im Waldfriedhof Beigesetzten gibt es eine gemeinsame Gedenkstätte, eine einem Baum nachempfundene Stahlskulptur. An ihr können die Namen der Toten mit Geburts- und Sterbejahr eingraviert werden.

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