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NATO will Einheiten an Ostflanke verdoppeln

NATO will Gefechtseinheiten an Ostflanke von vier auf acht verdoppeln.
NATO will Gefechtseinheiten an Ostflanke von vier auf acht verdoppeln. ©REUTERS
Die NATO will ihre Ostflanke zur Abschreckung Russlands um vier weitere Gefechtsverbänden verstärken.
Ostflanke wurde massiv verstärkt
Brisante Vorschläge zur Ostflanke

Wie Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel mitteilte, sind als Standorte für die neuen, sogenannten NATO-Battlegroups die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien vorgesehen. Bestehende Battlegroups gibt es bereits in den drei Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen.

Verdoppelung der Gefechtseinheiten an der NATO-Ostflanke

Die Entscheidung zur Verdoppelung der Gefechtseinheiten würden die Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel am Donnerstag treffen, sagte Stoltenberg. Der NATO-Generalsekretär forderte Russland zugleich auf, Drohungen mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen zu unterlassen. "Russland muss das nukleare Säbelrasseln stoppen. Ein Atomkrieg kann niemals gewonnen werden und sollte auch nicht geführt werden."

Stoltenberg schloss Verlängerung seiner Amtszeit nicht aus

Stoltenberg schloss eine Verlängerung seiner Amtszeit nicht aus. Gefragt, ob er dies angesichts des Krieges in der Ukraine in Betracht ziehe, sagte der Norweger: "Es ist Sache der Alliierten, dies zu entscheiden." Er konzentriere sich jetzt darauf, den Sondergipfel vorzubereiten. Stoltenbergs Amtszeit läuft regulär zum 30. September des Jahres aus. Der norwegische Politiker wollte danach eigentlich das Amt des Zentralbankchefs seines Landes übernehmen.

NATO-Gipfel am Donnerstag - Selenskyj zugeschaltet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird bei dem NATO-Gipfel am Donnerstag in Brüssel zugeschaltet sein, kündigte Stoltenberg an. Dabei schloss er erneut aus, dass die NATO eine Flugverbotszone in der Ukraine überwachen könnte. Auch ein Beitritt der Ukraine zu der Militärallianz stehe nicht auf der Tagesordnung. Die Unterstützung des Landes zur Selbstverteidigung stehe dagegen ganz oben auf der NATO-Agenda. Der Gipfel findet auf den Tag genau einen Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine statt.

Die Battlegroups sind normalerweise etwa 1.000 Soldaten stark. Die Ausweitung der Präsenz bedeutet, dass künftig von der Ostsee im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden NATO-Truppen präsent sein werden. Zuletzt waren zur Verstärkung der Ostflanke bereits Kräfte der schnellen NATO-Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien verlegt worden. Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten hatten Russlands Angriff auf die Ukraine bereits als "seit Jahrzehnten schwerwiegendste Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit" bezeichnet. Nach Angaben Stoltenbergs wird auch erwogen, die Luftverteidigung und die Präsenz auf der See deutlich auszubauen.

NATO-Kritik an China

Stoltenberg sprach von "himmelschreienden Lügen", mit denen China Russland im Ukraine-Krieg unterstütze. "Die Verbündeten sind besorgt, dass China die russische Invasion auch mit Material unterstützen könnte", fügte Stoltenberg diesbezüglich hinzu. US-Präsident Joe Biden hatte China in einem solchen Fall "Konsequenzen" angedroht und auf die Sanktionen gegen Russland verwiesen.

Stoltenberg warf Peking vor, wie Moskau "das Recht unabhängiger Nationen infrage zu stellen, ihren eigenen Weg zu wählen". Die Staats- und Regierungschefs wollten China aufrufen, "seiner Verantwortung als Mitglied des UNO-Sicherheitsrates gerecht zu werden", sagte der Norweger. Es war das erste Mal, dass sich Stoltenberg in dieser Schärfe zur Rolle Chinas in dem Konflikt äußerte.

Weitere Waffenlieferungen von Deutschland

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sicherte der Ukraine volle Solidarität zu. "Präsident Selenskyj: Die Ukraine kann sich auf unsere Hilfe verlassen", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Bundestag.

Später wurde bekannt, dass das deutsche Verteidigungsministerium der Ukraine 2.000 weitere Panzerfäuste aus Beständen der Bundeswehr liefern will. Dies beantragte das Ressort von Ministerin Christine Lambrecht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beim Bundessicherheitsrat.

(APA/Red)

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