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Nächster Halt: Fruitvale Station - Trailer und Kritik zum Film

Die Handy-Aufnahmen gingen um die Welt: In der Silvesternacht 2008 wird der junge Afroamerikaner Oscar Grant in einer U-Bahn-Haltestelle grundlos von einem Polizisten erschossen. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Regisseur Ryan Coogler stellt die wackligen Bilder an den Anfang seines Debütfilms “Nächster Halt: Fruitvale Station”. Und erzählt daraufhin ohne Verklärung oder Polemisierung von Oscars letztem Tag. Ab Freitag im Kino.

Nächster Halt: Fruitvale Station: Die Geschichte

Die traurige Gewissheit von Beginn an ist es, die dem sonst gänzlich unaufgeregten, ruhig erzählten Film seine politische Brisanz und fesselnde Spannung gibt. Wenn der 22-jährige Oscar Grant (Michael B. Jordan) teils ziellos durch das kalifornische Oakland fährt, hat das plötzlich etwas Wehmütiges. Coogler macht den jungen Mann im Laufe dieses scheinbar gewöhnlichen Tages aber weder zum plakativen Symbol für Rassismus, noch zum strahlenden Helden.

Wir sehen den jungen Arbeitslosen als liebenden Vater seiner vierjährigen Tochter Tatiana (Ariana Neal), als charmanten Zeitgenossen, der sich um eine Kundin im Supermarkt ebenso bemüht wie um seine Freundin Sophina (Melanie Diaz) und seine Mutter Wanda (Oscarpreisträgerin Octavia Spencer). Ihre Ambivalenz erhält die Figur durch kleine Andeutungen – den kürzlich verlorenen Job im Supermarkt, den scheinbaren Seitensprung, der seine Beziehung gefährdete, den nicht lange zurückliegenden Gefängnisaufenthalt wegen eines Drogendelikts. Ebendort erleben wir Oscar in Rückblenden aufbrausend, egoistisch, hitzköpfig.

Nächster Halt: Fruitvale Station: Die Kritik

Eigenschaften, die ihm an jenem Schicksalsabend nicht zugeschrieben werden können. Der Film endet mit seinem Anfang – zeigt am Rückweg von einer gelungenen Sylvesterfeierei in San Francisco die Provokation eines alten Bekannten in der U-Bahn, die Oscar cool abwehren will, die kleine Rangelei, in deren Folge nur er und seine – ebenfalls ausschließlich schwarzen – Freunde von Polizisten gewaltsam aus der Bahn gezerrt werden, den plötzlichen Schuss in den Rücken, obwohl Oscar bereits am Boden fixiert war. Wenige Stunden später wird er im Spital seinen Verletzungen liegen, der Polizist wird sagen, er habe eigentlich sein Elektroschockgerät ziehen wollen, und mit einer milden Strafe davonkommen. Und in ganz Amerika werden Proteste aufflammen.

Doch das sehen wir nicht: In seinen letzten, herzzerreißenden Minuten nach dem Tod seines Protagonisten verlegt der Film seinen Fokus von Oscar auf Sophina und Tatiana, deren wahres Vorbild im letzten Bild bei einem öffentlichen Gedenken vor der BART-Haltestelle zu sehen ist. Mehr braucht Coogler, wie auch sein beeindruckender Hauptdarsteller Michael B. Jordan ein junger Afroamerikaner, dem wohl dasselbe Schicksal hätte ereilen können, für sein politisches Statement gegen Polizeigewalt nicht. Bei den Filmfestspielen in Cannes gab es für “Nächster Halt: Fruitvale Station” die Auszeichnung für das beste Erstlingswerk, beim Sundance Filmfestival den Jury- und den Publikumspreis.

(APA)

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