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Nachtwächter und Türmer: Altes Brauchtum in Wien auch heute erlebbar

Auch heute noch tourt der Nachtwächter durch Wien.
Auch heute noch tourt der Nachtwächter durch Wien. ©pixabay.com/Anton Pustet/bilderbox.com
Die Tradition der Nachtwächter kann auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken. Auch heute noch tourt der "Hüter der Nacht" durch Alt-Ottakring und erzählt historische und humorvolle Geschichten aus dem Leben von früher und heute. Im Buch "Nachtwächter und Türmer" lässt der Autor das alte Brauchtum wieder aufleben.

Es gibt ihn noch, den Nachtwächter und auch den Türmer. Ein Beruf, der heutzutage zunehmend in Vergessenheit gerät und in den ersten größeren Städten im Mittelalter seine Anfänge machte. Mit Hellebarde, Horn und Laterne ausgerüstet, ziehen die Wächter auch heute noch in vielen Orten Österreichs und Deutschlands bei Herandämmern der Nacht los, um als Fremdenführer das alte Brauchtum wieder aufleben zu lassen.

Nachtwächter und Türmer: Alte Traditionen bis heute bewahrt

Ulrich Metzner widmet das Buch “Nachtwächter und Türmer” diesem alten Brauchtum. Auf über 150 Seiten findet der Leser Interessantes von den Anfängen des Berufs, wobei das ferne Mittelalter viele abenteuerliche, heitere und romantische Geschichten und Sagen zu bieten hat, bis hin zur Gegenwart und den jetzigen Aufgabengebieten in Österreich, Deutschlad und anderen Ländern Europas.

Heute als alternative Führung durch Städte wie Wien bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt, wurden Nachtwächter früher oft nur wenig ehrenhaft behandelt und erbarmungswürdig entlohnt. Die “Hüter der Nacht” wurde in die Berufsgruppe der “Unehrlichen” eingeordnet und standen somit auf einer Stufe mit Henkern, Scharfrichtern, Totengräbern und Kammerjägern. Manchmal mussten sie sogar um Leib und Leben fürchten, obwohl sie grundsätzlich für die Sicherheit und Ordnung in der Nacht zuständig und von vielen auch als Respektsperson empfunden wurden. Meistens sagten sie auch die Zeit in der Nacht an.

Feuerwache im Turm zu St. Stephan

Einen weiteren Beruf stellte der Türmer dar, der jeden Abend auf den höchsten (Kirch-)Turm der Stadt stieg und nach Auffälligkeiten wie Feuer oder herannahendes Raubgesindel spähte. Auch in Wien wurde nach der ersten Türkenbelagerung ein Türmer im Stephansdom, genauer gesagt im 137 Meter hohen Stüdturm des Steffls platziert. Er sollte vor allem nach ausbrechenden Bränden Ausschau halten, um die Bürger rechtzeitig zu warnen.

Nach der zweiten Belagerung wurde eine ständig besetzte Feuerwache eingerichtet. Da Wien damals nur bis zur Ringstraße reichte, genügte ein blechernes Sprachrohr zur Alarmierung, Glockenläuten und tagsüber das Schwenken einer roten Fahne, nachts einer rot leuchtenden Laterne in Richtung des Feuers. Als die Stadt größer wurde, wurde ein sogenanntes Toposkop angeschafft. Es bestand aus einem auf einer Säule montierten Fernrohr und konnte horizontal wie vertikal geschwenkt werden. Damit konnte der Türmer ein Koodinatennetz erstellen und eine genaue Angabe von Richtung und Entfernung des gesichteten Brandes machen.

Beim Aufstieg in die Türmerstube waren 343 Stufen zu bewältigen. Damit die alte Feuerwache nicht in Vergessenheit gerät, sorgt heute der internationale Turmlauf im Rahmen des alljährliche Steffl-Kirtags.

Nachtwächter-Tour durch Wien

In Alt-Ottakring tritt der Nachtwächter mit seiner Laterne auch heute noch aus der Dunkelheit hervor und erzählt historische und humorvolle Geschichten aus dem Geschäftsleben von früher und heute. Ein alter Berufsstand wird somit regelmäßig in Wien wieder zum Leben erweckt. Teilnehmer erfahren beispielsweise, welche Geschäfte früher im Grätzel waren oder was ein “Hawara” oder ein “Burnheidler” ist.

Buchtipp:

Nachtwächter und Türmer. Damals und heute.

Verlag: Anton Pustet

Autor: Ulrich Metzner

ISBN: 978-3-7025-0877-7

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