Nachfrage größer als Angebot: Caritas fordert Ausbau im Hospizbereich

Die Nachfrage im Hospizbereich ist größer als das Angebot.
Die Nachfrage im Hospizbereich ist größer als das Angebot. ©APA/HARALD SCHNEIDER
In Wien gibt es nur ein einziges Tageshospiz, dieses wird von der Caritas betrieben. Die Caritas fordert nun einen Ausbau im Hospizbereich.

Wiens einziges Tageshospiz, das von der Caritas der Erzdiözese Wien betrieben wird, gibt es mittlerweile seit 20 Jahren. Zwei Tage die Woche können in der Einrichtung am Erlaaer Platz sterbenskranke Menschen kostenlos Therapien in Anspruch nehmen und werden palliativ betreut. Auch Angehörige finden dort Unterstützung. Die Caritas würde gerne an fünf Tagen offen halten, denn die Nachfrage ist größer als das Angebot - das ist generell ein Problem im Hospizbereich in Österreich.

Wiener Tageshospiz ist rein spendenfinanziert

Es scheitert aber am Geld. "Das Wiener Tageshospiz ist rein spendenfinanziert", berichtete Klaus Schwertner, geschäftsführender Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, im APA-Gespräch. Pro Tag dürfen aktuell acht Personen die Räumlichkeiten besuchen, im Vorjahr wurden insgesamt 327 Besuche gezählt. Darüber hinaus wurden 2.092 Menschen in Wien und Teilen Niederösterreichs durch das Mobile Hospiz zuhause betreut.

Eine regelmäßige Besucherin der Einrichtung am Erlaaer Platz ist Elisabeth K.. Sie leidet an Krebs - und weiß, dass ihr Ende näher rückt. "Es bedeutet mir sehr viel, hierherkommen zu dürfen. Das gibt mir Freiheiten. Ohne meine Schmerzpumpe, die ich Henry nenne, wäre das gar nicht möglich. Ohne Henry könnte ich nicht hier sein. Ich kann hier basteln, es gibt Musik, aber hauptsächlich komme ich wegen des Ambientes so gerne hier her", erzählte sie.

Durchschnittsalter im Caritas-Tageshospiz bei 71 Jahren

Im Caritas-Tageshospiz treffen sich Jüngere und Ältere, wobei das Durchschnittsalter bei 71 Jahren liegt. Die Angebot in Anspruch nehmen darf man ab dem 18. Lebensjahr. Der Großteil leidet an einer Krebserkrankung. "Wir schaffen für unsere Gäste Freiräume trotz der Angst vor dem was kommt", sagte Elisabeth Anzi-Hauer, die das Tageshospiz leitet. "Im Fokus steht immer ganz klar die Lebensspanne, die noch bleibt."

Klaus Schwertner hat jedenfalls einen frommen Wunsch zum Jubiläum des Liesinger Tageshospizes an die Politik: "Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen in Österreich jene Hospiz- und Palliativversorgung erhalten, die sie benötigen." 2015 habe es einen einstimmigen Parlamentsbeschluss gegeben, wonach bis zum Jahr 2020 eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich gegeben sein sollte. "Davon sind wir noch immer weit entfernt."

Caritas mit Forderungen zum Jubiläum

Zu den Forderungen der Caritas zählen: Das Angebot im Bereich der stationären Hospizbetten, der Palliativkonsiliardienste, der Tageshospize sowie der mobilen Hospizteams müsse flächendeckend in ganz Österreich ausgebaut werden. Zudem brauche es eine bundesweit einheitliche und langfristig abgesicherte öffentliche Finanzierung, die außerdem an bundesweit einheitliche Qualitätskriterien gebunden sei. Der Hospiz- und Palliativbereich sei in Österreich nämlich teilweise noch immer auf Spenden angewiesen - wie das eben auch beim Wiener Caritas-Tageshospiz der Fall ist.

"Es ist ganz wichtig, dass jeder Mensch in Österreich, der diese Versorgung braucht, nicht auf einer Warteliste verharren muss, gerade dann, wenn es darum geht, dass es sich um die letzte Phase des Lebens handelt. Diese Menschen können nicht warten", forderte Schwertner die Verantwortlichen eindringlich zum Tun auf.

(APA/Red)

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