Nach Tod glühte die Kreditkarte

Symbolfoto &copy Bilderbox
Symbolfoto &copy Bilderbox
„Es war eine besonders verlockende Gelegenheit“: Leichenwäscher machten Kreditkarte eines Toten zu Geld - Freunde gingen damit ins Kasino - Bedingte Haftstrafen - Urteil rechtskräftig.

Zwei ehemalige Leichenwäscher mussten sich am Montag im Wiener Landesgericht verantworten, weil sie die Kreditkarte eines Toten zu Geld gemacht hatten. Als die Männer dabei waren, den Leichnam zu entkleiden, fiel ein Etui mit einer Kreditkarte aus der Sakkotasche. Statt diese der Witwe abzuliefern, bezahlte einer der beiden damit eine Autobatterie und überließ das Plastikgeld in weiterer Folge Freunden, die damit unter anderem Kasinobesuche finanzierten.

Stolze Rechnung über 4.340 Euro

Der Vorfall ereignete im Juli 2004 und wurde erst bemerkt, als die Witwe in ihrer Post plötzlich auf Kreditkarten-Abrechnungen des zu diesem Zeitpunkt längst Verstorbenen stieß. 4.340 Euro hatten die Freunde der Leichenwäscher bis dahin ausgegeben. Nicht nur im Kasino, auch in Boutiquen und Tankstellen wurde bezahlt, indem man einfach mit dem Namen des Toten unterschrieb.

„Es war eine besonders verlockende Gelegenheit“, argumentierte nun Verteidiger Philipp Winkler. Er ersuchte im Hinblick auf die geständige Verantwortung der Täter um Milde. Außerdem hätten die beiden den Job verloren. Einer der beiden ist mittlerweile als Wachorgan bei einem Sicherheitsdienst beschäftigt.

Die Männer wurden wegen Entwendung und Beitragstäterschaft zum Betrug verurteilt: Jener, der die Kreditkarte aufgehoben hatte, bekam drei Monate auf Bewährung, derjenige, der sie weiter gegeben hatte, sechs Monate bedingt. Die Urteile sind rechtskräftig.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Nach Tod glühte die Kreditkarte
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen