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Nach Tiertransport-Gipfel: Suche nach Alternativen

Anschober lud zum ersten Tiertransport-Gipfel.
Anschober lud zum ersten Tiertransport-Gipfel. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Ohne konkrete Ergebnisse ging der erste Tiertransport-Gipfel am Montag zu Ende. Nun gelte es Alternativen zum Lebendtransport von Rindern und Kälbern zu finden.

Der gestrige Tiertransport-Gipfel bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat noch keine konkreten Ergebnisse gebracht. Ihm sei es wichtig, Allianzen zwischen den Beteiligten, von den Bauern bis zu den Tierschützern, zu schmieden, so Anschober.

Die Treffen sollen nun vierteljährlich fortgesetzt werden. Es seien jedenfalls "gute Fortschritte" erzielt worden, sagte er im "Ö1-Morgenjournal".

Suche nach Alternativen für Tiertransport

Nun gelte es Alternativen zu dem Lebendtransport von Rindern in Staaten außerhalb der EU zu finden, bzw. für den Transport "ganz junger Kälber" innerhalb der EU. So könnten bei Zuchtprogrammen statt der Lebendrinder nur ihr tiefgekühltes Sperma versandt werden. Anschober setzt hier auch auf die EU, wo sich ein Untersuchungsausschuss dieses Themas in den nächsten Wochen annehmen werde. Außerdem soll die öffentliche Hand in ihren Kantinen vermehrt auf Regionalität setzen.

Am gestrigen Treffen teilgenommen hat auch Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens. Seinen Angaben zufolge werden jährlich über 50.000 Kälber ins Ausland transportiert, bis nach Algerien, Usbekistan und den Iran - während gleichzeitig das Fleisch von über 100.000 Kälbern importiert wird. 41 Prozent dieser exportierten Kälber seien jünger als 28 Tage, rechnet Bohrn Mena vor. Er zeigte sich aber zufrieden darüber, dass alle Teilnehmer an dem Tierschutzgipfel mit den Exporten unzufrieden seien.

Knapp 400.00 Rinder jährlich exportiert

Knapp 58.000 Betriebe halten auf ihren Höfen gut 1,9 Millionen Rinder. Im Jahr 2018 importierte Österreich 224.000 Rinder und exportierte 391.000 Stück in Form von Lebendtieren sowie Fleischwaren und Verarbeitungsprodukten, geht aus dem "Grünen Bericht 2019" des Landwirtschaftsministeriums hervor.

Rund die Hälfte der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion entfällt auf tierische Produkte. 3,5 Mrd. Euro beträgt der jährliche Produktionswert der Mastbetriebe. Das Volumen des Außenhandels mit lebenden Tieren, Fleisch- und Fleischerzeugnissen lag zuletzt bei 1,72 Mrd. Euro. Gleichzeitig wurde um 1,75 Mrd. Euro importiert.

VGT kritisierte regionale Landwirtschaft

Der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) meinte in einer Aussendung, dass schon mit der Einhaltung bestehender Gesetze viel geholfen wäre. "Wenn die hoch gepriesene 'regionale Landwirtschaft' nicht ohne Tiertransporte in Drittstaaten auskommt, dann ist das die Bestätigung, dass etwas mächtig schiefläuft. Die Exporte von weiblichen Rindern aus Österreich dienen in erster Linie dazu, den hiesigen Markt zu entlasten", so der VGT.

Die Landwirtschaftskammer sieht "die Bäuerinnen und Bauern auf dem richtigen Weg". Gleichzeitig würden sich diese aber in der EU in einem offenen Markt befinden, weshalb Änderungen nicht einseitig, sondern auf EU-Ebene anzupacken seien. "Ja zu strengsten Standards, aber im europäischen Gleichklang", so deren Präsident Josef Moosbrugger. Er warnt vor nationalen Alleingängen und einem "Schuss des österreichischen Tierschutzes ins eigene Knie".

Im Zuge der Corona-Pandemie sind auch die Arbeitsbedingungen in Fleischereien in den Fokus gerückt. In den nächsten Tagen starten die Verhandlungen für den Kollektivvertag der Fleischer, im vergangene Jahr waren diese äußerst zäh verlaufen. Nach fünf Verhandlungsrunden erfolgte eine Einigung auf ein Mindestgehalt von 1.500 Euro brutto.

(APA/Red)

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