Nach Schüssen in Wiener Neustadt: SPÖ für Wachzimmer am Bahnhof

Am Donnerstag waren am Bahnhof Wiener Neustadt Schüsse zu hören.
Am Donnerstag waren am Bahnhof Wiener Neustadt Schüsse zu hören. ©APA/DOKU-NOE.AT
Die SPÖ fordert eine Wiedereröffnung des Wachzimmers am Bahnhof Wiener Neustadt, nachdem bei einem Streit am Donnerstagabend Schüsse gefallen waren. Die ÖVP hält nichts davon.
Schüsse bei Streit in Wiener Neustadt

Die SPÖ Wiener Neustadt hat nach einer Rauferei unter Jugendlichen am Donnerstagabend eine Petition für die Wiedereröffnung des 2001 geschlossenen Wachzimmers am Bahnhof und für mehr Polizei-Personal gestartet. Dabei handelt es sich um ein langjähriges Anliegen der Sozialdemokraten. Die ÖVP wies die Forderung nach einem Wachzimmer als "Populismus" zurück. Indes laufen die Ermittlungen nach dem Streit mit fünf Verletzten weiter. Über einen 15-Jährigen wurde U-Haft verhängt.

Hotspot Bahnhof Wiener Neustadt

"Der Bahnhof ist ein sozialer und sicherheitspolitischer Hotspot, und einer der größten in Österreich", hielt Vizebürgermeister Rainer Spenger (SPÖ) am Montag in einer Aussendung fest. Die Schutzzone sei offenbar "wirkungslos". Nun werden online Unterschriften für eine Wiedereröffnung des Wachzimmers gesammelt.

Es gebe derzeit keine Planung für eine neue Dienststelle in Wiener Neustadt, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Montag mit. Das Stadtpolizeikommando führe ständige Lagebeurteilungen im Zusammenhang mit der Sicherheit am Bahnhof durch. Verwiesen wurde auch auf Schwerpunktaktionen fremdenpolizeilicher Art ebenso wie kriminalitätsbezogen. Durch die Bereitschaftseinheit, die schnelle Interventionsgruppe und den nahen Standort des EKO Cobra stehe genügend Personal zur Verfügung. Nicht zuletzt seien die Dienststellen in Wiener Neustadt selbst sehr gut aufgestellt.

ÖVP: Wachzimmer kann Vorfälle nicht verhindern

"Kein Wachzimmer kann Vorfälle wie diesen verhindern", konterte hingegen Vizebürgermeister Christian Stocker. Der ÖVP-Politiker verwies in einer Aussendung u.a. auf "erfolgreich eingerichtete Schutzzonen". Gänzlich gelöst sei die Sicherheits- und Integrationsfrage in Wiener Neustadt leider noch nicht, wie der Vorfall zeige. Stocker rief dazu auf, "Sachpolitik statt Populismus in den Vordergrund des politischen Handelns zu stellen".

(APA/red)

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