Nach Helikopterabschuss Spannungen im Südkaukasus

Nach dem Abschuss eines Kampfhubschraubers über dem Krisengebiet Berg-Karabach durch die aserbaidschanische Armee haben die Spannungen im Südkaukasus erneut zugenommen. Armenien als Schutzmacht der Region Berg-Karabach kritisierte Aserbaidschan am Donnerstag scharf und warf dem Nachbarland vor, grundlos geschossen zu haben. Die Regierung in Baku wies dies zurück.


Russland warnte vor einer Eskalation. Moskau sei “zutiefst beunruhigt” über den Zwischenfall mit drei Toten vom Vortag, sagte ein Außenamtssprecher. Aserbaidschan hatte den Helikopter mit der Begründung abgeschossen, die Maschine habe Armeestellungen angegriffen. Die Führung in Berg-Karabach widersprach dem vehement.

Aserbaidschan warnte mit Nachdruck vor weiteren Flügen über Berg-Karabach und erklärte den Luftraum über dem Konfliktgebiet für gesperrt. Berg-Karabach nannte den Schritt “gegenstandslos”. Trotz der Warnungen von Aserbaidschan flog Armeniens Präsident Sersch Sarkissjan am Donnerstag demonstrativ nach Berg-Karabach zu einer Militärübung.

An der Absturzstelle werde weiter geschossen, teilte Armenien mit. Helfer könnten nicht zum Wrack vordringen. Das Internationale Rote Kreuz verhandelte Berichten zufolge über eine Bergung der Leichen. Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, ist aber seit einem Krieg in den 1990er-Jahren von Karabach-Armeniern bewohnt.

Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, rief die Konfliktparteien auf, sich an den Waffenstillstand von 1994 zu halten. Nach Scharmützeln an der Berg-Karabach-Demarkationslinie mit zahlreichen Toten hatte Armenien wiederholt vor einem neuen Krieg mit Aserbaidschan gewarnt. Schutzmacht Armeniens ist Russland, das in der ehemaligen Sowjetrepublik Tausende Soldaten stationiert hat.

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