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Nach Flammeninferno in Paris: Bereits 600 Mio. € Spenden für Notre-Dame

Ein Foto zeigt die Schäden im Innenraum der Pariser Kathedrale.
Ein Foto zeigt die Schäden im Innenraum der Pariser Kathedrale. ©AP
Ein Großbrand hinterließ an der Kathedrale Notre-Dame verheerende Schäden. Für den Wiederaufbau des Pariser Wahrzeichens wurden bereits am Tag nach der Katastrophe zahlreiche Geldspenden zugesichert.
Notre-Dame in Flammen
Brand in Pariser Kathedrale
Löscheinsatz der Feuerwehren
Bischöfe weltweit erschüttert
Bestürzung nach Großbrand
Kosten der Restaurierung

Auf die weltweite Anteilnahme nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind großzügige Spendenzusagen für den Wiederaufbau gefolgt: Am Dienstagvormittag beliefen sich die zugesagten Hilfsgelder bereits auf hunderte Millionen Euro.

Das ganze Ausmaß der Schäden wurde erst nach und nach deutlich. Die Staatsanwaltschaft schloss unterdessen Brandstiftung weitgehend aus. Die Justiz geht davon aus, dass Renovierungsarbeiten am Dach zu dem Flammeninferno führten.

Nun kämpfen Experten und Behörden um die Sicherung des 850 Jahre alten Gebäudes. Die Struktur der gotischen Kirche war zwar weitgehend stabil, allerdings wurden mehrere Schwachstellen entdeckt, wie Innenstaatssekretär Laurent Nuñez am Dienstag sagte.

Macron sagte Wiederaufbau von Notre-Dame zu

“Die ganze Nacht lang habe ich hier Menschen mit Tränen in den Augen gesehen”, sagte Generalvikar Philippe Marsset. Zwar herrsche “totales Chaos”, man dürfe sich davon aber nicht niederschmettern lassen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sagte einen Wiederaufbau der Kathedrale zu, die Regierung in Paris beriet am Vormittag über das Vorgehen. Mehrere französische Parteien setzten kurzzeitig ihren Europawahlkampf aus.

Der Brand war am Montagabend im Dachstuhl ausgebrochen und hatte sich nach Angaben eines Feuerwehrsprechers rasend schnell über das gesamte Dach ausgebreitet. Rund 400 Feuerwehrleute kämpften die gesamte Nacht über gegen die Flammen, am Dienstag kurz vor 10.00 Uhr waren sie dann vollständig gelöscht.

Dach und Spitzturm der Kathedrale zerstört

Das Dach und ein Spitzturm wurden zerstört. Die Mauern, die beiden monumentalen Türme und die drei Fensterrosen blieben weitgehend unbeschädigt. Mehrere kostbare Reliquien, darunter die Dornenkrone Jesu, und das Hauptkreuz der Kirche konnten gerettet werden. Allerdings seien Schäden im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt worden, sagte Nuñez. Der Giebel müsse deshalb abgesichert worden. Fünf Gebäude in der Nachbarschaft der Kathedrale seien evakuiert worden.

Unklar war zunächst die Brandursache. Das Feuer könnte nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mit Arbeiten am Dach der Kathedrale im Zusammenhang stehen, wo Baugerüste installiert waren. Sie leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung ein und befragte noch in der Nacht Bauarbeiter.

Fünf Unternehmen seien an den Arbeiten beteiligt gewesen, sagte Heitz. Etwa 15 Mitarbeiter seien am Montag mit Arbeiten betraut gewesen. Rund 50 Ermittler waren demnach im Einsatz. Das bei der Restaurierung von Notre-Dame federführende Unternehmen wies Anschuldigungen zurück, für den Ausbruch des Feuers verantwortlich zu sein. Alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden, sagte Julien Le Bras, Chef des Gerüstbauers Le Bras Freres.

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe rief eine Ministerrunde zusammen, um über einen Wiederaufbauplan zu beraten. Zu dem Treffen bei Philippe am Dienstag kamen Kulturminister Franck Riester und der Minister für öffentliche Finanzen, Gerald Darmanin. Das Innenministerium war durch Staatssekretär Laurent Nunez vertreten.

Millionen-Spenden von Luxus-Firmen zugesichert

Französische Unternehmen sicherten unterdessen Spenden in Höhe von 600 Millionen Euro für den Wiederaufbau zu. Der Luxusmodekonzern Kering des Milliardärs François-Henri Pinault stellte eine Spende von 100 Millionen Euro in Aussicht, ebenso wie der Ölkonzern Total. Bernard Arnaults Konzern LVHM und die Haupteigner des Kosmetikkonzerns L’Oreal, die Familie Bettencourt, kündigten je 200 Millionen Euro an.

Aus zahlreichen Ländern trafen am Dienstag weitere Botschaften der Anteilnahme ein. Der Vatikan twitterte, Papst Franziskus bete “für Frankreichs Katholiken und für die Bevölkerung von Paris”. Queen Elizabeth II erklärte, sie sei “tiefbetrübt”. Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ als Zeichen der Solidarität Österreichs mit dem französischen Volk auf der Präsidentschaftskanzlei die französische Flagge hissen und drückte in einem Brief seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron seine Anteilnahme aus. Auf Facebook bezeichnete Van der Bellen Notre Dame als “ein wichtiges Symbol unserer gemeinsamen europäischen Kultur”.

Putin will Spezialisten für Wiederaufbau zur Verfügung stellen

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, die “Tragödie” von Notre-Dame treffe auch die Russen ins Herz. Er bot an, die “besten Spezialisten” des Landes als Wiederaufbauhelfer zu schicken. Irans Außenminister würdigte Notre-Dame als “symbolträchtiges Denkmal des Gebets zu unserem gemeinsamen Gott”.

EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Mitgliedstaaten zur Hilfe auf. Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an die Menschen in Deutschland und ganz Europa, “sich am Wiederaufbau von Notre Dame zu beteiligen”. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit dem Vorschlag für Kopfschütteln gesorgt, Löschflugzeuge einzusetzen. Der französische Zivilschutz stellte klar, die Wucht der Wassermassen könne das gesamte Kirchengebäude zum Einsturz bringen.

Der Wiederaufbau der Kathedrale wird nach Einschätzung von Experten viele Jahre dauern. Eric Fischer, Direktor der Stiftung zum Schutz des Straßburger Münsters, sagte, er rechne mit mehreren Jahrzehnten.

Wiener Pummerin läutete aus Solidarität für Notre-Dame

In der Kathedrale von Straßburg läutete in der Früh die Heiliggeist-Glocke, die nur bei besonderen Anlässen erklingt. Als Zeichen der Solidarität läutete in der Wiener Innenstadt um 12.00 Uhr die Pummerin. Die bekannte Glocke des Stephansdoms erklang fünf Minuten lang. Zeitgleich läuteten die Glocken vieler europäischer Dome und Basiliken.

(APA/Red)

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