Nach Boeing-Absturz: Österreich sperrt Luftraum für Boeing 737 Max

Österreich hat den Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt.
Österreich hat den Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt. ©APA/AFP
Nach dem tragischen Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien, wird nun der österreichische Luftraum für Maschinen dieses Typs gesperrt.

Das gab das Verkehrsministerium gegen 16.30 Uhr bekannt. Demnach habe Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) entschieden, Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max bis auf weiteres im österreichischen Luftraum zu “grounden”, hieß es in einer Aussendung.

Zuvor hatten Großbritannien, Deutschland und Irland den Luftraum für Maschinen des Typs 737 Max geschlossen. “Sicherheit ist in der Luftfahrt oberste Priorität. Offenbar gibt es bei diesem Boeing-Typ massive Probleme, die letztlich auch der Grund für zwei Abstürze gewesen sein dürften. Zum Schutz von Passagieren, Piloten und Crew-Mitgliedern habe ich mich auf Basis der derzeit vorliegenden Fakten dazu entschlossen, dieses ‘Grounding’ für den österreichischen Luftraum zu veranlassen”, wurde Hofer zitiert.

Sperre ab Mitternacht

Das Grounding für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max in Österreich gilt ab Mitternacht. Bis dahin sind theoretisch noch Starts und Landungen möglich, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums der APA.

Jedoch wären bis Mitternacht noch zwei Überflüge über Österreich mit Maschinen des Typs Boeing 737 Max geplant gewesen. “Diese werden nicht stattfinden, weil auch andere Länder, die überflogen hätten werden müssen, bereits Verbote ausgesprochen haben”, sagte Markus Pohanka, Pressesprecher der Austro Control, der APA.

EASA erließ Flugverbot für Boeing 737 MAX 8

Die europäische Flugaufsicht EASA hat dem Boeing-Flugzeugmodell 737 MAX 8 ein Flugverbot erteilt. Die Behörde habe entschieden, alle Flüge mit den betroffenen Modellen zu untersagen, teilte die Europäische Agentur für Flugsicherheit am Dienstag mit.

Die EASA folgte damit der Entscheidung zahlreicher EU-Staaten, die nach dem Absturz zweier Maschinen den Luftraum für diesen Flugzeugtyp gesperrt haben. Der Absturz in Äthiopien, bei dem 157 Menschen ums Leben kamen, war der zweite mit diesem Modell nach einem Flugzeugunglück in Indonesien im Oktober.

Hofer: “Würde in dieses Flugzeug nicht einsteigen”

“Ich würde in dieses Flugzeug nicht einsteigen”, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) kurz nach der Bekanntgabe, dass Österreich den Luftraum für Boeing 737 Max gesperrt hat. Hofer, der selbst eine Pilotenlizenz besitzt, erklärte: “Wir waren gezwungen, selbst aktiv zu werden.” Die Probleme, die sich bei der Software des Typs 737 Max 8 gezeigt hatten, würden “eine echte Gefahr darstellen”.

Es besteht der Verdacht, dass die Software beim Start in einer Art und Weise eingreife, die zum Absturz führe, sagte der Verkehrsminister am Dienstag. Das müsse der Flugzeughersteller nun beheben. “Für Boeing ist es ein riesiger Schaden”, meinte Hofer. “Ich glaube, es sind derzeit etwa 300 Flugzeuge dieses Typs ausgeliefert, etwa 2.000 in der Pipeline. Also wenn Boeing das nicht schafft, dann ist der Schaden für das Unternehmen wirklich enorm.” Der Verkehrsminister, der das Vorgängermodell der 737 Max 8 kennt, glaubt, dass die Problembehebung etwa zwei bis drei Wochen dauern wird. Denn “jetzt greift die Elektronik direkt ein und der Pilot hat keine Chance, das Flugzeug sicher auf den Boden zu bekommen”.

(APA/Red)

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