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Mutter ließ Kinder fast verhungern

Symbolfoto |&copy Bilderbox
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Eine gebürtige Wienerin, die laut Anklage ihre drei Kinder fast verhungern hatte lassen, musste sich am Montag am Landesgericht Klagenfurt wegen „Vernachlässigens von Unmündigen“ verantworten.

Der 25-Jährigen wurde vorgeworfen, sich derart schlecht um ihre Kinder gekümmert zu haben, dass diese im Krankenhaus gesund gepflegt werden mussten. Die Verhandlung wurde zur Ladung weiterer Zeugen vertagt.

Der sechsjährige Sohn der Beschuldigten lebt inzwischen in einem Pflegeheim, ihre fünfjährigen Zwillinge müssen noch immer im LKH Klagenfurt behandelt werden. Richter Manfred Herrnhofer zitierte aus dem ärztlichen Gutachten, wonach die Kinder unter „schweren Mangelerscheinungen wegen einseitiger und nicht ausreichender Ernährung leiden“ sowie „in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung stark zurückgeblieben sind“.

Mutter war “überlastet”

„Wie konnte es dazu kommen?“, wollte der Richter von der arbeitslosen Beschuldigten wissen. Sie sei überlastet gewesen, so die 25-Jährige. Außerdem stamme sie selbst aus zerrütteten Familienverhältnissen und sei als Dreijährige sexuell missbraucht worden. Eines ihrer sieben Geschwister sei drogensüchtig, eines Kleptomane, ein anderes Alkoholiker. Als sie schwanger wurde, sei sie von ihrem Lebensgefährten geschlagen worden. Um dieser Umgebung zu entrinnen, sei sie mit ihren eigenen Kindern nach Kärnten gezogen.

Sie lebte danach in Völkermarkt, wo Anfang 2002 das Jugendamt auf sie aufmerksam wurde. Im März 2003 wurde die Frau von Vertretern des Amtes besucht, denen der katastrophale Zustand der Kinder auffiel. Die unterernährten und verwahrlosten Kinder wurden sofort in das Landeskrankenhaus überwiesen. Staatsanwalt Friedrich Borotschnik fragte die Frau, wie sie ihre Zeit verbracht habe. „Mit den Kindern“, antwortete diese. „Aber dann hätten diese sich besser entwickelt“, konterte Borotschnik.

Die Beschuldigte sagte weiters aus, dass die Kinder in Hinkunft in einem Heim betreut werden sollten, wo sie sie am Wochenende besuchen werde können. Um abschätzen zu können, ob die Kinder unter Spätfolgen ihrer Vernachlässigung leiden könnten, ließ der Richter vertagen. Es wird ein kinderpsychologischer Sachverständiger gehört werden.

Redaktion: Michael Grim

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