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Mutter erstochen: 14-Jähriger zu 3,5 Jahren Haft verurteilt

Der 14-Jährige wurde zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.
Der 14-Jährige wurde zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. ©APA/CHRISTOPHER ECKL
Ein 14-Jähriger, der im Juli 2019 seine Mutter erstochen hat, wurde heute im Landesgericht Wiener Neustadt zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Höchststrafe hätte bis zu zehn Jahre lauten können.
Mutter in Kirchschlag erstochen
Mordprozess gestartet

Zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Mordes ist ein 14-Jähriger am Dienstagnachmittag am Landesgericht Wiener Neustadt verurteilt worden. Der Jugendliche soll seine 56 Jahre alte Mutter im Juli des Vorjahres in Kirchschlag in der Buckligen Welt (Bezirk Wiener Neustadt) erstochen haben. Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig. Laut der vorsitzenden Richterin überwogen die Milderungsgründe erheblich.

Ins Treffen geführt wurden in Sachen Strafbemessung der bisher ordentliche Lebenswandel des Jugendlichen, sein reumütiges Geständnis, die jahrelange Vernachlässigung sowie die vom psychiatrischen Gutachter festgestellte herabgesetzte Steuerungsfähigkeit. Erschwerend gewertet wurde laut der Richterin, dass vom Angeklagten vier Stiche gesetzt wurden und die Tat zum Nachteil eines nahen Familienmitglieds erfolgte.

14-Jähriger gab die Tat zu

Dass der 14-Jährige die Tatbegehung zugab, betonte auch der Vertreter der Anklagebehörde in seinem Plädoyer. Dies müsse man dem Jugendlichen hoch anrechnen, schließlich hätte er nach der Tat "unter vier Augen" auch "eine rührselige Geschichte erzählen können". Bei der Strafbemessung würden die Milderungsgründe bei weitem überwiegen, befand der Staatsanwalt.

"Er will dazu stehen, dass er das Messer in die Hand genommen hat und dass das diese fatalen Folgen gehabt hat", hob auch Verteidiger Schillhammer hervor. Denke man den Tag des Geschehens weg und betrachte nur "alles andere" - also zum Beispiel die Kindheit seines Mandanten - sei es "eigentlich sogar eher ein Wunder, warum er zu so einem Buben geworden ist, wie wir ihn nun hier haben", sagte der Jurist. Beim 14-Jährigen zeichne sich bereits jetzt eine gute Entwicklung ab.

14-Jähriger hatte schwere Kindheit

Die Messerattacke am 22. Juli wurde nach Angaben des Staatsanwalts durch einen Streit ausgelöst. Die 56 Jahre alte Mutter des Beschuldigten benötigte Hilfe am PC, der Jugendliche wollte nach einer mit Computerspielen zugebrachten Nacht aber lieber weiterschlafen. Nachdem die Frau dem Burschen die Rückkehr in sein Zimmer und damit ins Bett verboten und sich ihm in den Weg gestellt hatte, soll sie der 14-Jährige mit einem Küchenmesser attackiert haben. Laut Obduktionsergebnis erlitt die Mutter einen Herzdurchstich. Der Angeklagte meldete den Vorfall schließlich selbst, indem er per Notruf die Rettung verständigte.

Die alleinerziehende Frau - nach einem Unfall gesundheitlich beeinträchtigt - dürfte mit der Erziehung des Sohnes überfordert gewesen sein. Seitens der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Niederösterreich gab es lockere Kontakte, eine intensivere Betreuung wurde für nicht nötig erachtet. Das Verbrechen sei "völlig unvorhersehbar" gewesen, hieß es später.

(APA/red)

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