Mutmaßliche Terrorhelfer vor deutschem Gericht

Drei mutmaßliche Helfer der Terrorgruppe Islamischer Staat stehen seit Mittwoch in Deutschland vor Gericht. Die zwei Frauen (22/25) und ein Mann (22) aus Bonn sollen den Terroristen Geld und Ausrüstung beschafft haben. Die Bundesanwaltschaft sieht darin eine Unterstützung der Terrorgruppe und die Vorbereitung eines Terroranschlags. Den Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.


Die Hauptangeklagte Karolina R. (25) erschien im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf hinter Panzerglas im blauen Tschador, bewacht von drei Justizbeamten. Die junge Mutter aus Bonn soll nach islamischem Recht mit einem IS-Terroristen verheiratet sein. An ihn floss laut Bundesanwaltschaft auch die Unterstützung: Helm- und Brillenkameras für Propagandavideos sowie insgesamt 11.000 Euro.

Der Mann aus Bonn ist im Internet in einem Video, das nahe der syrischen Stadt Homs entstanden sein soll, vor aufgetürmten Leichen zu sehen: “Wie ihr sehen könnt, haben wir geschlachtet”, ruft er begeistert. Zwischenzeitlich soll er in Gefangenschaft geraten, aber bei einem Austausch wieder freigekommen sein.

Der IS sei für Anschläge, Entführungen und Erschießungen verantwortlich, sagte Staatsanwalt Simon Henrichs beim Verlesen der Anklage. Die Terrormiliz stehe für Massaker an der Zivilbevölkerung wie etwa Bombenanschläge in schiitischen Wohngebieten. Das Trio schwieg beim Prozessauftakt und wollte weder zu den Vorwürfen noch zum eigenen Lebenslauf Stellung nehmen.

Karolina R. sitzt seit fast zehn Monaten in Untersuchungshaft. Ihre beiden Mitangeklagten sind auf freiem Fuß. Alle drei sind deutsche Staatsangehörige. Die 25-Jährige soll mit ihrem Kleinkind, drei Kameras und mehr als 5.000 Euro nach Syrien gereist sein. Zurück in Deutschland soll sie ihrem Mann seit Dezember 2013 noch einmal gut 6.000 Euro übersandt haben. Das Gericht hat bis April 25 Verhandlungstage angesetzt.

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