Mutmaßlicher Lindh-Mörder in U-Haft

Das Stockholmer Amtsgericht hat am Freitag Untersuchungshaft für den Hauptverdächtigen im Mordfall Lindh angeordnet.

Die Ermittler haben nun eine Woche zusätzlich Zeit, um ihren Verdacht gegen den mutmaßlichen Mörder der schwedischen Außenministerin zu erhärten. Von besonderer Bedeutung ist eine umfassende DNA-Analyse, die etwa eine Woche dauert, um für die Justiz aussagekräftig zu sein.

Bis jetzt dürften die Fahnder bei ihrer Suche nach dem Mörder nach Meinung von Experten kein neues Belastungsmaterial gegen den Hauptverdächtigen. Der Vergleich von DNA-Proben des Verdächtigen mit DNA von einer in der Nähe des Tatortes gefundenen Baseball-Kappe hat daher offenbar kein belastendes Ergebnis gebracht.

Staatsanwältin Blidberg begründete den am Vormittag eingereichten Antrag auf U-Haft mit einem „angemessenen Verdacht“, dem schwächsten von mehreren möglichen Verdachtsgraden nach schwedischem Recht. Über Hintergründe wollten die Justizbehörden keine Angaben machen.

Der Anwalt des Mannes, Gunnar Falk, erklärte, er habe Verständnis für den Wunsch der Polizei, durch eine Woche Untersuchungshaft mehr Zeit vor allem zur Sicherung technischer Beweise zu bekommen. Es spreche für Rückgrat der Staatsanwältin, mit der Art ihres Antrages klar zum Ausdruck zu bringen, dass man nicht über mehr Material als bei der Festnahme verfüge.

Indes fand in Stockholm eine Gedenkfeier für die ermordete Politikerin statt, bei der u.a. auch Außenministerin Ferrero-Waldner sowie fast alle anderen EU-Außenminister und SPÖ-Chef Gusenbauer anwesend waren. Schwedens Ministerpräsident Persson ehrte Lindh dabei als „große Politikerin für Visionen und für den Alltag“.

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