Mutmaßlicher Vergewaltiger freigesprochen

Im Wiener Straflandesgericht ist am Montagabend ein 45-jähriger Bosnier vom Vorwurf freigesprochen worden, seine Ex-Freundin seit Jänner 2006 „ein bis zwei Mal pro Woche“ vergewaltigt zu haben.

Die Geschworenen schenkten den Unschuldsbeteuerungen des Mannes Glauben. Er wurde nach über sieben Monaten U-Haft auf freien Fuß gesetzt. Der Freispruch ist bereits rechtskräftig, Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter verzichtete auf Rechtsmittel.

Dem Angeklagten, von Beruf Taxilenker, war vorgeworfen worden, der Frau regelmäßig aufgelauert und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Der seit 1992 in Österreich lebende Mann hatte diese Mitte der neunziger Jahre kennen gelernt, seit 2003 waren sie ein Paar. Im Laufe der Beziehung wurde laut Anklage der „geschlechtliche Kontakt immer mehr von Gewalttätigkeiten des Mannes beherrscht“, so dass sich die Frau von ihm zurück zog.

Der Taxler war am 15. August festgenommen worden, nachdem er der Schilderung der Frau zufolge sie abgepasst hatte, mit einer Pistole bedrohte, in ihre Wohnung zerrte und sich an ihr verging. Sie hatte darauf hin im Spital Anzeige erstattet, wo sie wegen der erlittenen Verletzungen insgesamt 28 Tage stationär behandelt werden musste.

Der 45-Jährige hatte vor dem Schwurgericht die Vorwürfe in Abrede gestellt. Er selbst habe die Beziehung beendet, nachdem er seine Freundin beim Spielen in einem Casino erwischt habe, behauptete er. Sie hätte um Verzeihung gebeten, weitere Chancen verlangt, gab der Taxilenker zu Protokoll. Schließlich habe er ihr mitgeteilt, er werde sich endgültig von ihr trennen. Daraufhin habe sie ihm gedroht, er werde „es büßen“, so der Angeklagte.

Offensichtlich schenkten die Laienrichter dieser Darstellung sowie einer ganzen Reihe von Zeugen Glauben, die die Version des Mannes bestätigten.

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