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Musikverein weiht seine neue Orgel würdig ein

Die neue Orgel im Musikvereinssaal ist eingeweiht.
Die neue Orgel im Musikvereinssaal ist eingeweiht. ©APA/Hochmuth
Mit einem hochkarätig besetzten Orgelkomitee wurde die neue Orgel des Musikvereins ihrer Bestimmung übergeben. Alle 6.138 Orgelpfeifen gaben ihr Bestes.
Die neue Orgel im Musikvereinssaal
Neujahrskonzert 2011 der Wiener Philharmoniker

“Bitte machen Sie, was möglich ist! Bitte!!” Eine vorweihnachtliches Flehen aus einem dem Zustand der MusikvereinsOrgel beklagenden Brief von Nikolaus Harnoncourt machte Intendant Thomas Angyan am Samstagabend zum Leitmotiv seiner Ansprache bei der Einweihung der neuen Orgel der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Der Brief stammt aus dem Jahr 1999. 2007 wurden die Arbeiten endlich ausgeschrieben, 2009 begann der Ausbau der alten Orgel und über 30.000 Arbeitsstunden später konnte gestern das Prunkstück erstmals öffentlich gespielt werden. “‘Bitte machen Sie, was möglich ist!’ Ein solcher Appell stößt bei uns immer auf offene Ohren”, versicherte Angyan. “Für die Musik, unsere Kunst, tun wir das Möglichste!”

Hochkarätiges Orgelkomitee weihte Orgel im Musikvereinsaal ein

Damit sich nicht auch die seit 1872 bereits vierte “Königin der Instrumente” bei ihren Audienzen in ihrem vielleicht weltweit schönsten “Thronsaal” als “höchst kapriziös” erweise, hatte man in einem hochkarätig besetzten Orgelkomitee die Anforderungen an die neue Orgel festgelegt. Alle daran beteiligten Organisten ließen es sich gestern nicht nehmen, an diesem Festabend mit Hand anzulegen: Peter Planyavsky lieferte Improvisationen, der Deutsche Ludger Lohmann spielte Bach, ehe Martin Haselböck mit Franz Liszts “Präludium und Fuge über das Motiv B.A.C.H.” und Dame Gillian Weir mit zwei Stücken von Olivier Messiaen auch den elektrischen Spieltisch am Konzertpodium einweihten.

Alle 6.138 Pfeifen der neuen Orgel zeigten was sie können

Doch erst der Franzose Olivier Latry brachte gegen Ende des fast dreistündigen, allzu weihevollen Abends mit zwei Kompositionen von Alexandre-Pierre-Francois Boely und Charles-Marie Widor Schwung, Charme und Spielfreude in das Programm. Da ließ der “Ferrari unter den Orgeln“, wie es Haselböck im APA-Interview genannt hatte, seine 6.138 Pfeifen ordentlich dröhnen und dabei den Zuhörern den Fahrtwind um die Ohren blasen. (APA/red)

 

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