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Mullah Omar ruft zu heiligen Krieg auf


Nach einem Raketenanschlag auf das Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul haben afghanische Sicherheitskräfte am Montag in Bergdörfern östlich der Hauptstadt mit der Fahndung nach Verdächtigen begonnen. Bei dem Einschlag am Sonntagabend war ein Gebäude beschädigt worden. Der flüchtige Talibanführer Mullah Mohammed Omar rief zum Heiligen Krieg gegen amerikanische Soldaten und gegen die mit ihnen kooperierende Afghanen auf.

Auf Plakaten, die kürzlich im Gebiet an der afghanisch-pakistanischen Grenze aufgehängt wurden und offenkundig auf Omar zurückgingen, hieß es mit Bezug auf den Golfkrieg: „Wann immer Nicht-Muslime ein muslimisches Land angreifen, ist es Jedermanns Pflicht, sich gegen den Aggressor zu erheben.“ Weiter stand auf den zahlreichen zweifarbigen Postern: „Wir wurden beschuldigt, weil wir dem angeblichen Terroristen Osama bin Laden Unterschlupf gewährten. Aber was ist die Schuld des Irak? Irak hat keinen Osama bin Laden im Land.“

Offiziell wurde weder bei der ISAF in Kabul noch im US-Hauptquartier auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram von einem höheren Sicherheitsrisiko seit Beginn des Golfkriegs ausgegangen. Der Sprecher des deutschen ISAF-Kontingents, Oberst Thomas Löbbering, bezeichnete den jüngsten Raketeneinschlag in Kabul als Zufallstreffer: „Man kann nicht wirklich sagen, das die Rakete auf uns gezielt war.“ Die einfachen Raketen mit einer Reichweite von zehn Kilometern hätten eine Treffergenauigkeit von einem Quadratkilometer.

Das 107-Millimeter-Geschoss kam aus östlicher Richtung. Niemand wurde verletzt. 750 Soldaten sind auf dem Areal im Stadtzentrum stationiert, auf der anderen Straßenseite liegt die US-Botschaft, nicht weit entfernt der Präsidentenpalast. Nach Angaben der Kabuler Polizei landete eine zweite Rakete in einem Feld mehrere Kilometer östlich der Hauptstadt.

Vorerst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Raketenbeschüssen, die flüchtigen Mitgliedern der Taliban und der El Kaida oder dem Rebellenführer Gulbuddin Hekmatjar zugeschrieben wurden. „Die Attacke war das Werk von Feinden Afghanistans“, sagte Löbbering. Man wisse von Gruppen, die fähig seien, mit Selbstmordanschlägen, Granaten- oder Terrorangriffen Kabul zu destabilisieren. „Aber die Gruppen sind nicht in der Lage, sich im militärischen Sinn zu reorganisieren.“

Talibankämpfer in Pakistan sagten der Nachrichtenagentur AP, sie hätten sich gesammelt und eine Allianz mit El-Kaida-Mitgliedern sowie dem fundamentalistischen Militärführer Hekmatjar gebildet. Sie kündigten weitere Anschläge an.

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