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Mozart war nicht arm

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Wolfgang Amadeus Mozart war arm: Das ist nur eine von vielen Legenden, die sich um den großen Komponisten ranken. Mit solchen Geschichten und Klischees will Bärbel Schalber, Sprecherin der Salzburger Fremdenführer, aufräumen.

Sie hat deshalb ein Mozart-Symposium für Kollegen aus ganz Österreich organisiert. Während der viertägigen Weiterbildungsveranstaltung, die vom 21. bis 24. Februar in Salzburg stattfindet, soll das Wissen über den Komponisten auf den neuesten Stand gebracht werden, erläuterte Schalber im Gespräch mit der APA.

Mozart war geradezu Großverdiener

Ziel sei es, bis zum Start des Mozartjahres 2006 jenen Menschen, die Gäste und Einheimische zu den Mozartstätten führen, die neuesten Erkenntnisse und Forschungsergebnisse mit auf den Weg zu geben. Gerade die Geschichte, dass Mozart arm war, halte sich bei vielen Besuchern dauerhaft, weiß Schalber. „Das wird immer noch erzählt – auch in Schulen.“ Dabei sei Mozart nicht arm gewesen. Als Hofkomponist in Wien habe er 800 Gulden verdient. Eine Dienstmagd kam damals auf zehn Gulden, erzählte die Fremdenführerin. „Er hatte ein gutes Einkommen, war aber knapp bei Kassa.“

“Geld war ihm wurscht”

Mozart habe immer gut gelebt und das Leben genossen. „Geld war ihm wurscht“, glaubt Schalber. Auch die Geschichte mit dem Armengrab habe einen anderen Hintergrund: Dass es keinen Sarg gegeben habe, sei auf die josefinische Begräbnisordnung zurückzuführen. Diese habe nur Leinentücher vorgesehen, erläuterte Schalber.

Während sich bei Gästen aus dem deutschsprachigen Raum das Bild des verarmten Mozart besonders stark eingeprägt hat, sind bei Touristen aus den USA die Vorstellungen über den Komponisten vom Film „Amadeus“ bestimmt: Mozart als Frauenheld und als Opfer von Salieri. „Die Leute nehmen das, was man im Film sieht, als bare Münze“, sagte Schalber. In ihren Führungen will sie das Bild dann etwas zurechtrücken und weist darauf hin, dass der Film nicht der Biografie entspreche.

“Mozart in Wien” ebenfalls aufdecken

Im Rahmen des Symposiums, für das sich rund 70 Fremdenführer angemeldet haben, halten Wissenschafter und Fachleute Vorträge über den aktuellen Forschungsstand. Außerdem werden Mozartstätten in Salzburg besucht. Auch ein Ausflug nach Seon an den Chiemsee zum Thema „Mozart und München“ steht auf dem Programm. Für den Herbst überlegt Schalber eine ähnliche Veranstaltung in Wien, um auch den Bereich „Mozart und Wien“ abzudecken.

Hartnäckig hält sich übrigens auch die Geschichte, dass Mozart aus Salzburg rausgeschmissen worden sei. „Das ist falsch“, sagte Schalber. Mozart habe sich in Salzburg nicht mehr wohlgefühlt, er hatte in der Stadt keine Entwicklungsmöglichkeit. Deshalb sei er von einer Konzertreise nach Wien einfach nicht mehr in seine Heimatstadt zurückgekehrt. „Es war für ihn sicher auch ein Schritt in die Unabhängigkeit“, glaubt die Fremdenführerin.

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