Motiv Rassismus: Mann schoss in Perchtoldsdorf auf Nachbarhaus

Dieses Waffenlager wurde in Perchtoldsdorf entdeckt
Dieses Waffenlager wurde in Perchtoldsdorf entdeckt ©LPD NÖ
Mitte November gab es einen Vorfall in Perchtoldsdorf, bei dem ein Haus offenbar mit einer Steinschleuder beschossen worden war. Eine Frau hatte Einschusslöcher in ihrem Fenster bermerkt, woraufhin die Polizei ermittelte. Wie sich nun herausstellte, steckte ein 67-jähriger Nachbar hinter der Tat - in dessen Wohnung man daraufhin ein regelrechtes Waffenarsenal fand.

Aus Ausländerfeindlichkeit soll ein 67-jähriger Niederösterreicher mit einer Steinschleuder auf sein Nachbarhaus in Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) geschossen haben. Der Vorfall ereignete sich bereits Mitte November 2012, am Dienstag wurde der 67-Jährige schließlich ausgeforscht, berichtete die Polizei.

Bei einer Nachschau in seiner Wohnung kamen die Beamten ins Staunen – sie fanden nicht nur die gesuchte Steinschleuder, sondern noch zahlreiche weitere, teilweise illegale Waffen. Der Mann wurde angezeigt.

Schüsse in Perchtoldsdorf

Am 19. November erstattete eine Frau Anzeige bei der Polizei, nachdem sie in einem ihrer Fenster drei Einschusslöcher bemerkt hatte. Beamte entdeckten dann fünf Metallkugeln, die offenbar mit einer Steinschleuder auf das Haus abgefeuert worden waren. Umfangreiche Erhebungen und Einvernahmen in der Nachbarschaft folgten, erzählte ein Ermittler. Dabei erhielten die Polizisten Hinweise auf den schräg gegenüber der Frau wohnenden 67-Jährigen, auch E-Mails tauchten auf, in denen dieser u.a. androhte, die Nachbarn gegenüber zu erschießen.

Bei seiner Einvernahme habe der Verdächtige die Schüsse gestanden, so die Exekutive. Bei den getroffenen Fenstern habe es sich aber um einen “Irrtum” gehandelt, wie sich herausstellte. Der 67-Jährige habe nämlich eigentlich auf andere Bewohner des Hauses, die keine Österreicher sind, schießen wollen. Mit der Frau habe er keine Probleme.

Illegales Waffenlager gefunden

In der Wohnung des Mannes wurde dann nicht nur die Steinschleuder gefunden, sondern gleich ein kleines Waffenlager ausgehoben. Der 67-Jährige hortete zehn Faustfeuerwaffen, eine Langwaffe, ein Springmesser, einen Pfefferspray und 12.700 Schuss Munition. Nur einen Teil davon besaß er legal. Sämtliche Waffen wurden beschlagnahmt und über den Verdächtigen ein Waffenverbot verhängt, so der Ermittler. Der Mann wird infolge der Vorfälle in Perchtoldsdorf wegen gefährlicher Drohung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt.

(apa/red)

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