Moskau will "westliche Propaganda" bekämpfen

Russland hat einen neuen internationalen Mediendienst ins Leben gerufen. Das staatlich finanzierte Multimedia-Angebot namens Sputnik werde eine "alternative Interpretation" des Weltgeschehens liefern, sagte der Chef des russischen Kreml-finanzierten Medienunternehmens Rossija Segodnja, Dmitri Kisseljow, am Montag. Die Berichterstattung sei ein Gegenpol zur "aggressiven Propaganda" des Westens.


Im Netz ist das neue Angebot auf der englischsprachigen Website Sputniknews.com verfügbar, hieß es bei der Präsentation der neuen Medienmarke in Moskau. Als Radioprogramm soll Sputnik in etwa 30 Ländern laufen, darunter Frankreich, China und den USA.

Der Dienst wird den Angaben zufolge zunächst in den Sprachen Englisch, Arabisch, Chinesisch und Spanisch angeboten, insgesamt sind 30 Sprachen geplant. Bis 2015 plant der Mediengigant laut Kisseljow neben dem Onlineportal Radiosender in 130 Städten in 34 Ländern mit rund 800 Stunden Programm pro Tag. Bis zu 70 Redakteure sollen in den Büros arbeiten, die ihren Sitz in allen früheren Sowjetrepubliken sowie in mehreren europäischen Hauptstätten haben.

Sputnik ist ein gemeinsames Angebot der früheren amtlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti und des ebenfalls vom Kreml finanzierten Radiosenders Voice of Russia, die seit vergangenem Dezember unter dem Dach der staatlichen Nachrichtenagentur Rossija Segodnja (“Russland heute/Russia Taoday”) zusammengeschlossen sind.

Kisseljow, der als Moderator des Kreml-treuen Fernsehsenders Rossija 24 regelmäßig gegen Oppositionelle und Homosexuelle wettert, war im März wegen des Ukraine-Konflikts von der Europäische Union mit Sanktionen belegt worden. Brüssel warf ihm vor, die Regierungspropaganda unterstützt zu haben.

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