Moskau: Ölmagnat bleibt in Haft

Der reichste Mann Russlands, der ehemalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski, bleibt vorläufig in Haft. Der Antrag der Verteidigung wurde abgelehnt.

Das zuständige Moskauer Gericht lehnte am Montag einen Antrag der Verteidigung ab, Chodorkowski auf freien Fuß zu setzen, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Unterdessen stehen Yukos und das russische Steuerministerium in Gesprächen über eine außergerichtliche Beilegung der Betrugsvorwürfe gegen den Ölkonzern.

Finanzminister Alexej Kudrin sagte laute Interfax, er glaube, dass der Konzern über ausreichend Mittel verfüge, um seine Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Behörden haben gegen Yukos eine Steuernachforderung von 99,4 Milliarden Rubel (2,85 Mrd. Euro) erhoben. Vor einem Moskauer Gericht wird derzeit wegen der Nachforderung verhandelt. „Soviel ich weiß, hat Yukos angeboten, mit dem Steuerministerium zu kooperieren“, sagte Kudrin.

Chodorkowski stand vergangene Woche erstmals wegen Betrugs, Korruption und Steuerhinterziehung vor Gericht, gemeinsam mit Platon Lebedew, einem weiteren früheren Manager. Der Prozess, in dem es um die Privatisierung einer Düngemittelfabrik geht, wird am Mittwoch fortgesetzt. Chodorkowski sitzt seit Oktober in Haft. Oppositionelle vermuten, Präsident Wladimir Putin habe damit einen Kritiker und möglichen Herausforderer kaltstellen wollen. Putin dagegen stellte das Vorgehen gegen Chodorkowski als herausragendes Beispiel für seinen Kampf gegen Korruption und Wirtschaftskriminalität dar.

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