Moschee mit Minarett in Saalfelden auch von der FPÖ akzeptiert

In Saalfelden im Salzburger Pinzgau wurde 2003 eine Moschee mit Minarett eröffnet - unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit und ohne Proteste. Auch die FPÖ akzeptiert die Moschee, wie Salzburgs FP-Chef Karl Schnell betont.
Während die FPÖ im Wiener Wahlkampf gegen islamische Gebetshäuser mobilisiert und diese pauschal als “Brutstätten des radikalen Islams” diffamiert, begegnet man dem Thema in den Bundesländern teils deutlich entspannter.
FPÖ: Moschee ist tolerierbar
Das Gebetshaus in Saalfelden mit dem acht Meter hohen Turm, der den Dachgiebel nicht überragt, steht vergleichsweise unscheinbar neben der Pinzgauer Straße B311. Für Salzburgs FP-Chef Schnell ist dies ausschlaggebend dafür, “dass es in dieser Form tolerierbar ist”. Die Moschee sei in einer Größenordnung gebaut, “die nicht übertrieben und provozierend ist”, sagte Schnell. Auch der winzige Halbmond auf der Turmspitze stoße keinen vor den Kopf. In dieser Bauart Religionsfreiheit auszuüben, sei für ihn kein Problem. “Wo ich mich aber dagegen ausspreche, sind wirkliche Moscheen mit Kuppeln und großen Minaretten im Bundesland Salzburg, von denen der Muezzin seine Botschaft verkündet.”

Dies ist in Saalfelden freilich nicht der Fall und Lautsprecher, über die wie in islamischen Ländern der Muezzin weithin vernehmbar zum Gebet rufen würde, gibt es auch in den anderen drei österreichischen Moscheen mit Minarett nicht. Dies wird seitens der islamischen Glaubensgemeinschaft auch nicht angedacht, wie Präsident Anas Schakfeh am Sonntag im APA-Interview betont hatte.

Moschee wird von der Bevölkerung akzeptiert
Die Moschee des türkischen Kulturvereins Atib (Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich) in dem Saalfeldener Gewerbegebiet wird von der Bevölkerung jedenfalls akzeptiert. Dies erklärten unisono Atib-Vereinsobmann Mikail Sahin, der Bürgermeister von Saalfelden, Günter Schied (SPÖ), der römisch-katholische Pfarrer Roland Rasser und Burghard Vouk vom Salzburger Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Mai. Der Moscheen-Verein “ist völlig unproblematisch, er ist positiv hervorzuheben”, betonte Vouk.

Der Verein hätte sich anfangs einen höheren Turm gewünscht, das war aber aufgrund der Bauordnung der Gemeinde nicht möglich. In Saalfelden stammen zehn Prozent der 16.000 Einwohner aus Migrantenfamilien, etwa drei Prozent davon sind Muslime.

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