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Mordprozess gegen Rathaus-Mitarbeiter

Symbolfoto
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Wegen Mordes muss sich am Dienstag, Martin W., Pressesprecher im Wiener Rathaus, im Straflandesgericht verantworten - Der 39-Jährige soll seine Freundin Gudrun P. getötet haben, weil sie sich endgültig von ihm trennen wollte - Prozess wurde vertagt.

Die Anklage legt dem 39-Jährigen zur Last, seine Freundin Gudrun P. getötet zu haben, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte und endgültig ausziehen wollte.

Als er ihre gepackten Koffer sah, „beschloss der Beschuldigte, sie umzubringen. Er legte seinen Arm um den Hals seines völlig überraschten Opfers, bildete mit dem anderen Arm einen Hebel und übte durch diesen Unterarm-Würgegriff massive Gewalt gegen den Hals von Gudrun P. aus, was schwere innere Halsverletzungen zur Folge hatte“.

Lebensfroh, lebensbejahend, offenherzig – so beschrieb ein guter Freund des 39-jährigen Martin W. diesen im Zeugenstand. Dessen Beziehung zu Gudrun P. sei „schwierig“ gewesen, weil der Pressesprecher im Wiener Rathaus annahm, sie hätte neben ihm andere Männerbekanntschaften. Der Freund bekam mit, dass sich Martin W. deshalb von ihr trennen wollte, dass ihn der Verlust aber doch sehr getroffen hätte. „Ich hatte den Eindruck, er wollte die ganze Zeit raus. Aus rationalen Gründen. Aber er konnte aus emotionalen Gründen nicht“, sagte der Zeuge.


Von einem Seminar, in dem er seine Familiengeschichte aufarbeitete, hatte sich Martin W. die Lösung seiner Probleme erwartet. Vier Tage beschäftigte er sich intensiv mit systemischer Familienaufstellung, erkannte für sich die Zusammenhänge zwischen seinem Misstrauen, seiner Angst vor Einsamkeit und dem Verlust von Menschen. „Schuld“ daran sei, so erläuterte der Angeklagte, seine Mutter: „Wir hatten zu Hause fast jedes Wochenende massivste Zerwürfnisse unserer Eltern zu betrachten. Am Ende ist dann immer stundenlang die Mutter verschwunden.“


Auch Gudrun P. habe eine „offene Beziehung“ gewünscht, zog der 39-Jährige Parallelen zu seiner Ex-Freundin. Dank des Seminars sei ihm aber endlich aufgegangen, „dass diese Beziehung nicht sein soll. Es war plötzlich Zuversicht, es war Hoffnung da. Es war wie ein Teil eines neues Lebens“. Mit „Lösungszetteln“ sei er nach seiner Rückkehr nach Greifenstein gefahren, spazieren gegangen, habe das Geschriebene gelesen und viel geweint: „Ich konnte Trauer und Tränen zulassen.“


Doch zwei Tage, bevor es zur Bluttat kam, habe Gudrun P. wieder in seinen Armen gelegen: „Sie hat zu weinen begonnen, ich hab’ auch geweint. Wir mussten uns umarmen. Sie hat gesagt, sie will mich nicht verlieren.“


Da reichte es Richter Fritz Zöllner: „Liebe ist ja auch nur ein Wort.“ „Es war noch sehr viel Restliebe vorhanden“, erwiderte der Angeklagte trotzig.


Gudrun P. starb an einem so genannten Unterarm-Würgegriff, der im Judo-Sport gelehrt wird. Der Frau dürfte es laut Gerichtsmediziner gelungen sein, sich ein Mal noch kurz zu befreien, worauf der Täter „nachgriff“ und mindestens fünf weitere Minuten zudrückte.


Die Verhandlung wurde auf den 7. April vertagt, da der Gerichtspsychiater am heutigen Termin keine Zeit hatte. Außerdem werden die Geschworenen auch ein Video zu sehen bekommen, auf dem Martin W. anhand einer Puppe demonstriert, wie er Gudrun P. zu Tode brachte.
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