Mordprozess: Ex-Geliebte in Wien erschlagen

Im Wiener Straflandesgericht startete am Dienstag ein Mordprozess gegen einen 43-jährigen Geschäftsmann, der seine Ex-Geliebte in ihrer Wohnung erschlagen haben soll.
Prozess: Ex-Geliebte erschlagen

Der Geschäftsmann hatte zunächst ein ausgeklügeltes Alibi präsentiert, das erst in Zweifel gezogen wurde, als sich am Tatort in Wien Fingerabdrücke und DNA-Merkmale fanden.

Der 43-jährige Gerhard P., der am 7. April 2010 seine Ex-Geliebte in ihrer Wohnung in Wien-Alsergrund mit 14 wuchtigen Hieben mit einem Eisenrohr erschlagen hatte, wies vor Gericht die Mordanklage zurück: “Ich bekenne mich schuldig des Totschlags. Ich war in einem Ausnahmezustand. Ich konnte nicht mehr anders.” Wie der Gerichtsmediziner Christian Reiter feststellte, hatte der Geschäftsmann nach den Schlägen der Sterbenden noch mit einem Stanleymesser die Pulsadern aufgeschnitten.

Nach einem Kroatien-Urlaub im Sommer 2008 und einem gemeinsamen Silvester-Abend hatte ihm seine damalige Freundin eröffnet, dass sie schwanger war. Das versetzte dem gut verdienenden Prokuristen einer Baufirma emporgearbeitet hatte, einen Dämpfer. Der Geschäftsmann versuchte die Frau zu einer Abtreibung zu überreden, da er sich nicht von seiner Frau trennen wollte, und ging auf Distanz. Auf der anderen Seite passte er die Frau regelmäßig vor ihrer Wohnung ab.

Mordprozess in Wien: Geschäftsmann plante Mord an Ex-Geliebter

Für den 14. April 2010 war die erste Verhandlung um die Alimentationszahlungen für den sieben Monate alten Felix angesetzt. Eine Woche vorher kam es jedoch zu dem, was Staatsanwältin Sabine Rudas-Tschinkel als minuziös geplanten, fast perfekten Mord skizzierte und der Angeklagte als Versuch darstellte, in die Wohnung seiner Ex-Freundin einzubrechen. Der geplante Einbruch sei jedoch gescheitert, weil Bettina G. vorzeitig nach Hause kam.

Er habe sie daraufhin um ein Gespräch gebeten, worauf sie ihn in die Wohnung ließ. Dort habe sie sich jedoch über ihn lustig gemacht, ihn “Versager” genannt, den sie “fertig machen” werde. Da habe er “wie in einem Reflex das Eisenröhrl rausg’holt”, das er in einem Loch auf der Innenseite seines Parkas mitgebracht hatte, sagte Gerhard P. Nach dem ersten Schlag habe die 38-Jährige plötzlich ein Stanleymesser in der Hand gehabt und damit “herumgefuchtelt”. Sie habe einen Schnitt gegen die Baby-Tragetasche angedeutet, in der der kleine Felix saß: “Ich habe das Gefühl gehabt, dass sie beim Buben was macht. Ich hab’ fest gedacht, dass sie den Buben schneidet. Da hab’ ich ihr auf den Kopf g’haut. Ich hab’ nie einen Mord geplant. Ich wollte das nicht.” (APA)

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