Mordfall Barakat zieht Kreise bis nach Wien: 10.000 Euro Belohnung

Ein Foto zeigt den Verdächtigen im Wiener Prater.
Ein Foto zeigt den Verdächtigen im Wiener Prater. ©Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg
Auf offener Straße hat ein 37-Jähriger vor zwei Jahren seine Tochter (13) in Deutschland erschossen. Der ungelöste Mordfall zieht Kreise bis nach Wien, denn ein Fahndungsfoto zeigt den Gesuchten vor dem Blumenrad im Prater.

“Wir können nicht ausschließen, dass er sich in Wien oder anderswo in Österreich aufhält. Wir haben aber keine Hinweise auf seinen tatsächlichen Aufenthaltsort”, sagte Gabriela Mielke, Sprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg in Niedersachsen, am Donnerstag der APA.

Befindet sich Verdächtiger in Wien?

“Wir gehen davon aus, dass er sich in Deutschland oder im nahen europäischen Ausland befindet. Ein Bezug nach Wien ist nicht ausgeschlossen.” Dass der Verdächtige, der seit 1996 in Deutschland gelebt hat, in seine Heimat Irak geflohen sein könnte, gelte hingegen als unwahrscheinlich. Der schwer lungenkranke Mann benötige Medikamente und habe überdies familiäre Bindungen nach Deutschland, vor allem München.

Hintergründe des Mordfalls Barakat

Am 5. Dezember 2011 hatte Ali Askar Hasso Barakat laut Polizei seine 13-jährige Tochter Souzan nach einem erfolglosen Versöhnungsgespräch auf offener Straße in Stolzenau (Landkreis Nienburg) mit einem Kopfschuss getötet. Das Mädchen hatte versucht, sich mithilfe des Jugendamts von seiner streng gläubigen Familie zu lösen. “Die Familie gehört der Glaubensgemeinschaft der Jesiden an”, erläuterte Mielke. “In dieser ‘Parallelwelt’ wird eine solche Tat eines Vaters als nicht so verwerflich beurteilt.” Aus dem Umfeld des Gesuchten dürfe sich die Polizei keine Unterstützung erwarten.

Der Fall ist bereits zweimal in der Fernsehsendung “Aktenzeichen XY … ungelöst” ausgestrahlt worden. Die Fahndung verlief trotz zahlreicher Hinweise erfolglos. Mittlerweile fehlt auch vom Rest der fünfköpfigen Familie jede Spur. “Wir gehen von einer Familienzusammenführung aus”, sagte Mielke. Die Ehefrau und Mutter der getöteten Souzan (36) sowie die drei Söhne im Alter von sieben, acht und 13 Jahren dürften mit untergetaucht sein.

10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Das Foto aus dem Wiener Prater zeigt einen dunkelhaarigen Mann im Anzug. Es wurde laut Mielke bei einer Durchsuchung im Besitz eines Verwandten sichergestellt. “Wir haben keine Anhaltspunkte, wann und von wem das Bild aufgenommen wurde”, hielt sie im APA-Gespräch fest.

“Vielleicht fällt diese Konstellation jemandem auf: Die Eltern sprechen Arabisch, aber kaum Deutsch, die Söhne hingegen fließend Deutsch”, so die Sprecherin. Hinweise zum Aufenthalt des Familienvaters, der Mutter und der drei Kinder nimmt die Nienburger Mordkommission unter der deutschen Rufnummer 0049/5021/9619921 entgegen. Eine Belohnung von 10.000 Euro wurde ausgesetzt. (APA)

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