Morde in Wien: Heuer "nur" 19

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19 Morde hat es bisher im Jahr 2006 in Wien gegeben, davon wurden 17 geklärt. Für die Polizei ein Positiv-Trend.

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um sieben, so bis zum Jahresende nicht noch eine Bluttat dazu kommt. Für Dr. Hannes Scherz, interimistischer Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung in Wien, ein schöner Trend: “1990 hatten wir ungefähr 50 Morde.“

Nicht geklärt sind bisher zwei Bluttaten, die sich Ende November bzw. Mitte Dezember ereignet haben. Ende November war ein Obdachloser am Frachtenbahnhof erschlagen in einer Hütte gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine milieubedingte Bluttat handelt. Offen blieb bisher auch, wer einen 69-jährigen Iraner am 12. Dezember in Simmering erstochen hat. Das Opfer hatte Probleme in einem Spielerlokal. Kurz vor seinem Tod erzählte der Mann noch seiner Frau, dass ihn zwei Männer überfallen hätten.

Laut Scherz waren etwa 50 Prozent der Bluttaten heuer so genannte Beziehungsmorde. Am spektakulärsten war wohl der Fund einer zerstückelten Frauenleiche in einem Kühlschrank in der Quellenstraße in Favoriten. Ein 30-Jähriger, der das Opfer aus der Karlsplatz-Szene kannte, wurde als Täter verhaftet und legte ein Geständnis ab. Er habe die Tote vom Suchtgift wegbringen wollen. Nachdem er die Frau erwürgt und zersägt hatte, lebte er monatelang neben der Leiche, bis er den Eiskasten in einem Lagerraum abstellte.

„Die letzte Schwerverletzte bei einem Banküberfall hatten wir im Dezember 2002. Das war eine Kassierin, der in den Fuß geschossen wurde“, schilderte der Kriminalist.

Allerdings ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von Gewalt in der Familie gestiegen. Es gab mehr als 2.500 Wegweisungen. „Das liegt aus meiner Sicht aber nicht darin, dass die Gewaltbereitschaft in der Familie zunimmt, sondern dass der Grad der Tabuisierung abnimmt“, sagte der amtsführende Landespolizeikommandant, Generalmajor Karl Mahrer.

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