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Mordalarm in Dornbirn: Keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen in Wien geplant

Nach dem Mord in Dornbirn werden die Sicherheitsvorkehrungen in Wien nicht verändert.
Nach dem Mord in Dornbirn werden die Sicherheitsvorkehrungen in Wien nicht verändert. ©APA/STIPLOVSEK DIETMAR
Nach der Tätung des Sozialamtsleiters in Dornbirn werden in Wien keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden geplant.
Schock in Vorarlberg


In Wien sind nach der Tötung des Sozialamtsleiters auf der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden geplant. Jene Vorkehrungen, die nun teilweise in anderen Bundesländern aufgrund des Vorfalls umgesetzt würden, seien in Wien “großteils schon seit Jahren Standard”, versicherte eine Sprecherin der Magistratsdirektion im Gespräch mit der APA.

Wien: Große Bandbreite an Maßnahmen bereits vorhanden

Für alle Abteilungen der Stadt, die im Kundenkontakt sind, gebe es “eine riesige Bandbreite an technischen und organisatorischen Maßnahmen”. Diese reichten von Alarmanlagen, Alarmtastern und Videoüberwachung über Securitypersonal und Portiere bis hin zu räumlichen Maßnahmen oder Schulungen. Die Art der Sicherheitsmaßnahmen in Amtsgebäuden ist abhängig von der Nutzungsart des Gebäudes.In Bereichen, wo man “mit verstärkter Emotionalität rechnen muss”, gebe es etwa Securitys, speziellen Glasschutz und Deeskalationsschulungen. So verfügen alle Sozialzentrumsstandorte unter anderem über einen privaten Sicherheitsdienst, verschiedene Alarmsysteme, jährliche verpflichtende Sicherheitsschulungen für die Mitarbeiter im Kundenverkehr und bauliche Maßnahmen wie die Trennung von Frontoffice- und Backoffice-Bereichen und separate Eingänge für Mitarbeiter und Kunden.

“So ein Vorfall macht natürlich betroffen”, sagte die Sprecherin. Zusätzliche Maßnahmen seien aktuell aber nicht geplant, da es in den Wiener Sozialzentren derzeit keine Steigerung von Übergriffen gebe. Die Vorkehrungen werden jährlich evaluiert.

Sozialamtsleiter erstochen: Sicherheitskonzept in NÖ wird evaluiert

In Niederösterreich werden seit einem halben Jahr die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen in den 20 Bezirkshauptmannschaften evaluiert. Nach einem tödlichen Vorfall am Standort für Wien-Umgebung in Klosterneuburg 2011 lege man “besonderes Augenmerk” auf die Sicherheit in allen Bezirkshauptmannschaften, sagte Gerhard Tretzmüller, Abteilungsleiter Gebäudeverwaltung im Amt der NÖ Landesregierung.Als wichtigen Punkt nannte Tretzmüller einen externen Sicherheitsdienst, um Eingangsbereiche und Gebäude zu bewachen. Zudem sind alle Räume von Mitarbeitern, die in sensiblen Bereichen tätig sind, mit einer “Paniktaste” ausgestattet, mit der eine direkte Verbindung zur Polizei hergestellt werden kann. Weiters wurden Schulungen durchgeführt. Personenkontrollen bzw. Schleusen gibt es weder in den Bezirkshauptmannschaften noch im Landhaus in St. Pölten.

“Seit einem halben Jahr wird evaluiert, ob die Maßnahmen ausreichen”, sagte Tretzmüller. “Aktuell erarbeiten wir in Zusammenarbeit mit Experten der Landespolizeidirektion ein Gesamtkonzept zur Stärkung der Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.” Ergebnisse soll es im Frühjahr geben. Kurzfristig könne die von Experten empfohlene Maßnahme vorzeitig umgesetzt werden, dass nur mehr ein Eingang in den Bezirkshauptmannschaften benützt werden darf. Bedrohungen und Beschimpfungen gebe es an den Behördenstandorten in Niederösterreich, Tätlichkeiten bzw. Körperverletzungen hingegen in letzter Zeit nicht.

NÖ: Zwei tödliche Schüsse in zehn Jahren in Bezirksgebäuden

In den vergangenen zehn Jahren hat es in Niederösterreich zwei Mal tödliche Schüsse in einer Bezirkshauptmannschaft bzw. einem Bezirksgericht gegeben. Beide Vorfälle führten zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Am 16. Dezember 2009 war die Vorsteherin der Geschäftsstelle des Bezirksgerichts Hollabrunn von einem 57-Jährigen durch einen Kopfschuss getötet worden. Der Mann hatte zudem versucht, mit der Pistole eine Richterin zu erschießen, von der er sich in seinem Scheidungsverfahren ungerecht behandelt fühlte. Die 42-jährige Angestellte, die sich ihm in den Weg gestellt hatte bzw. versuchte, ihn zu beruhigen, starb durch einen Schuss aus nächster Nähe.

Am 22. März 2011 war der Leiter der Forstabteilung der Verwaltungsbehörde des inzwischen aufgelösten Bezirks Wien-Umgebung von einem 58-Jährigen mehrmals angeschossen worden. Der 60-Jährige erlag zwei Wochen später im AKH Wien seinen Verletzungen. Der Täter hatte eine Mitarbeiterin sechs Stunden lang als Geisel genommen und nach der Befreiung der 52-Jährigen Suizid begangen. Auslöser für die Tat war ein jahrelanger Streit mit der Behörde um illegale Aufschüttungen auf dem Grundstück des Mannes, in Folge dessen auch seine Pferde versteigert bzw. von einem Verein versorgt werden hätten sollen. Der Niederösterreicher habe drei Mitarbeitern deswegen “eine Lehre erteilen wollen, die sie ihr Leben lang nicht vergessen”, hieß es.

GÖD: Keine hundertprozentige Sicherheit

“Hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben können”, sagte Peter Oberlehner, Bundesvorsitzender der Landesverwaltung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). Es müsse aber für Sicherheit und Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter gesorgt werden.Eine flächendeckende Ausstattung mit Sicherheitsschleusen in allen Bezirkshauptmannschaften in Österreich werde “noch dauern”, sagte Oberlehner. Der Fall in Vorarlberg ist “furchtbar tragisch” und werde die Sicherheitsthematik in Ämtern womöglich zusätzlich befeuern.

Beim grundsätzlichen Thema Sicherheit in Amtshäusern gibt es laut Oberlehner “viele Bemühungen”. Es sei auch Geld in die Hand genommen und manches umgesetzt worden, erinnerte er im Gespräch mit der APA an die Installierung von Sicherheitsschleusen an Gerichten nach Gewalttaten mit Waffen.

“Ein Restrisiko wird immer bleiben”, betonte Oberlehner. Der Beschuldigte in Dornbirn sei etwa “genau dort hingegangen, wo er vor zehn Jahren einen negativen Bescheid bekommen hat”. Aus seinem Wissensstand aus Oberösterreich, sind tätliche Angriffe auf Bezirkshauptmannschaften in jüngerer Vergangenheit nicht mehr geworden. Es gebe jedoch mehr verbale Attacken. “Wir können nicht erwarten, dass Mitarbeiter mit Angst ins Büro gehen”, sagte Oberlehner. Der Beamten-Gewerkschafter forderte eine “vernünftige Zusammenarbeit”, wie man die Sicherheit verbessern könne, aber ohne zu “dramatisieren”.

(APA/Red)

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