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Mord & Selbstmord des Reality-Stars

Hierzulande kennt wohl niemand Ryan Jenkins, doch in den USA war der Millionär ein TV-Star. Betonung auf "war", denn Jenkins wurde nun tot aufgefunden, nachdem er seine Ex, ein Playboy-Model, ermordet haben soll. Eine unglaubliche Geschichte, die ausnahmsweise KEIN Drehbuchautor erdacht hat ...

Die US-Sendung namens “Megan Wants a Millionaire” könnte man in unseren Breiten in etwa als Mix zwischen den deutschen Date-Shows “Gräfin gesucht” und “Bachelorette” bezeichnen. Wie der Titel schon besagt, will sich darin ein Model namens Megan Hauserman einen Millionär angeln – und kann diesen aus 17 Kandidaten auswählen. Die Serie wurde schon vor längerem aufgezeichnet, das Finale aber noch nicht ausgestrahlt und der Sieger steht (für die Öffentlichkeit) daher noch nicht fest.

Einer der Teilnehmer war Ryan Alexander Jenkins, ein 32-jähriger Investmentbroker, dem gute Chancen zugebilligt wurden, Megans Herz zu erobern. Doch da es bei derartigen TV-Shows hinter den Kulissen nicht immer ganz so zugeht, wie das vor der Kamera scheint, hatte Jenkins in Wahrheit eigentlich gar kein Interesse an Megan Hauserman; er heiratete kurz nach den Dreharbeiten ein anderes Model: Jasmine Fiore.

Brutal ermordet

Die Eheschließung des Kanadiers und der Kalifornierin fand im März 2009 in Las Vegas statt (siehe Foto), gezählte zwei Tage, nachdem sich die beiden in einem Casino kennengelernt hatten. Bereits im Juni gab es ernste Probleme: Jenkins wurde wegen häuslicher Gewalt angeklagt, er hatte seine Frau aufgrund seiner rasenden Eifersucht geschlagen, hieß es offiziell. Im Dezember hätte es zum Prozess kommen sollen – doch daraus wird nun nichts.

Jasmine Fiore wurde am Morgen des 15. August 2009 tot in einem Müllcontainer im kalifornischen Buena Park gefunden, die 28-Jährige war brutal zu Tode geprügelt worden. Die unbekleidete Leiche des Playmates wurde in einem grauen Koffer entdeckt; Finger und Zähne fehlten, da der Mörder eine Identifizierung erschweren wollte. Doch das Model hatte Brustimplantate, die in den USA alle mit einer Seriennummer versehen sind. Somit war schnell kla: bei der Toten handelt es sich um Jasmine Fiore.

Ryan Jenkins selbst hatte kurz davor das Verschwinden seiner Frau gemeldet. Das Paar hatte sich zwar im Juni getrennt, doch es war zuletzt wieder laufend gemeinsam unterwegs gewesen, so auch einen Tag vor Jasmines Tod. Nach einem Pokerturnier in San Diego checkten die beiden in einem Motel ein, das danach laut Zeugenaussagen nur Jenkins verließ – mit einem grauen Koffer in der Hand …

Menschenjagd

Was nun folgte, war eine amerikaweite Fahndung nach dem Reality-Star, dessen Foto bald auf jeder Titelseite einer jeden Tageszeitung und in jeder Nachrichtensendung in den Staaten zu sehen war. Der Mordverdächtige war nach dem Fund des Leichnams seiner Frau untergetaucht, seine Spur führte in seine Heimat, nach Kanada. Es wurde eine Ergreifungsprämie in der Höhe von 25.000 Dollar ausgesetzt und es schien nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, wann Jenkins aufgegriffen würde.

Und der Millionär sah die Aussichtslosigkeit seiner Situation wohl genauso … Am 23. August wurde Ryan Jenkins erhängt in einem Motel-Zimmer im kanadischen Hope gefunden. Laut Polizeiberichten hat er zweifelsfrei Selbstmord begangen.

Der TV-Sender VH1 hatte schon zuvor erklärt, die Sendung “Megan Wants A Millionär” nicht weiter ausstrahlen zu wollen. Die aufgezeichnete Show war erst teilweise gesendet worden; Jenkins wäre darin sogar bis ins Finale vorgestoßen – und das, obwohl seine Vergangenheit bereits ein Alarmzeichen hätte sein müssen: Im Jahr 2007 war der damals 29-Jährige bereits wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden. Zudem musste er sich in psychologische Behandlung begeben, um seine Aggressionen und seine Sexsucht in den Griff zu bekommen.

Genutzt hat die Behandlung jedoch scheinbar nichts.

(mir/Foto: AP, TMZ)

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