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Mord geschah mit Marmor-Bildrahmen

der Tatort &copy apa
der Tatort &copy apa
Die Tatwaffe bei dem Mord in der Wiener Innenstadt, bei dem der 23-jährige Sam J. Donnerstag früh seine 44-jährige Mutter Susanna J. getötet haben soll, war wahrscheinlich ein Marmor-Bilderrahmen - war offenbar nicht vorausgeplant.

Der mutmaßliche Mörder gibt aber an, sich an den genauen Tatablauf nicht mehr erinnern zu können, wie Dr. Hannes Scherz von der Kriminaldirektion 1 am Samstag mitteilte.


Die Obduktion der Leiche hat ergeben, dass dem Opfer insgesamt 25 Hieb- und Schneideverletzungen im Gesichts-, Hals- und Rückenbereich zugefügt worden waren. Die Frau war verblutet, der Täter wurde am Freitagnachmittag in Währing verhaftet.


Es dürfte sich bei der Tat nicht, wie zunächst angenommen, um eine geplante, sondern vielmehr um eine spontane Tat gehandelt haben. Dem Mord waren ständige Streitereien zwischen Mutter und Sohn vorausgegangen, bei denen die erfolgreiche Ärztin dem Schulabbrecher vorgeworfen hatte, „ein Taugenichts“ zu sein, so Scherz. Sie soll außerdem darauf gedrängt haben, dass der arbeitslose Sohn aus der Wohnung ausziehen solle. Donnerstag gegen 7.00 Uhr dürften die Streitigkeiten eskaliert sein.


Nach Aussagen des 23-Jährigen habe er „nur noch rot gesehen“ und unter anderem mit einem marmornen Bilderrahmen auf seine Mutter eingeschlagen. Diese verblutete infolge der schweren Verletzungen. Der geständige Tatverdächtige dürfte daraufhin zu einem Baumarkt gefahren sein, wo er Plastiksäcke und Putzmittel kaufte, um die Tat zu vertuschen.


Nachdem Sam J. die Leiche in mehrere Lagen von Säcken, Zeltplanen und Duftbäumchen verpackt hatte, rief er ein Speditionsunternehmen an. Möbelpacker transportierten das Paket am Donnerstag gegen 14.00 Uhr in das „SelfStorage“-Lager in der Ottakringer Wattgasse. Die Familie dürfte das Lager bereits zuvor angemietet haben, um Möbel aus der Wohnung auszulagern.


Anschließend holte Sam J. noch seinen Großvater aus dem Spital ab und wollte die Spuren in der Wohnung beseitigen. Dabei wurde er offenbar von seinem Vater gestört, der schließlich die Polizei alarmierte. Nach Angaben von Scherz dürfte der junge Mann unter psychischen Problemen leiden. Er fühlte sich verfolgt und gab zum Beispiel an, dass seine Mutter ihn vergiften wollte.


Am Samstagnachmittag wurde der mutmaßliche Mörder noch verhört. Laut Scherz könnte eventuell am Montag mit weiteren Details zum Tatablauf und Motiv gerechnet werden. Inzwischen hat sich auch das Wiener Lagerhaus zu Wort gemeldet: „Die vorliegende missbräuchliche Nutzung eines SelfStorage-Abteils ist tragisch und äußerst bedauerlich. Es handelt sich aber um einen Einzelfall und liegt nicht im Einflussbereich des Lagerraum-Betreibers“, hieß es am Samstag in einer Aussendung.

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