Monat der Fotografie in Wien

Bisher war er eine exklusive Pariser Biennale-Tradition: der Monat der Fotografie. Heuer nehmen auf Pariser Einladung erstmals auch Wien und Berlin an dem Event teil und machen den November zum „Europäischen Monat der Photographie“.

In Wien beteiligen sich 76 Museen, Galerien und Institutionen am Ausstellungsgeschehen. „Was hier zusammen getragen wurde, ist einmalig“, sagte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bei einem Pressegespräch am Dienstag, er hoffe aber, es sei „keine letztmalige Aktion“.

Am 4. November geht’s los

In Wien wird der „Monat der Photographie“ am 4. November um 18 Uhr in Anwesenheit der Kulturstadträte von Paris und Berlin im Wien Museum eröffnet (in Berlin bereits am 27.10. im Martin Gropius Bau, in Paris am 2.11.). Dort werden als Austauschprojekte mit den Partnerstädten Werke von Henri Cartier-Bresson (Paris) und Willy Römer (Berlin) gezeigt. Im Gegenzug ist das Wien Museum mit den Fotos von August Stauda in Paris eingeladen und das „Museum auf Abruf“ mit den „Bildern von Wienern“ sowohl in der deutschen als auch in der französischen Hauptstadt präsent.

Es sei „bemerkenswert“, dass in Wien etwa gleich viele Veranstaltungen stattfinden wie in Berlin und Paris, fand Berthold Ecker, Leiter des Referats für bildende Kunst im Kulturamt. Allerdings wurde aus Zeitgründen – die Pariser Einladung an Wien erging erst vergangenen Dezember – auf eine thematische Orientierung und eine Beschränkung des Zugangs von Institutionen durch eine Jury verzichtet. „Wir haben besten Grund anzunehmen, dass das zu einer Biennale werden kann, die sich im internationalen Vergleich behaupten kann“, so Ecker, der die Einladung auch als „Beweis für die gegenwärtig extrem starke Wiener Kunstszene“ wertet.

57.000 Euro von der Stadt Wien

Die Stadt Wien hat rund 57.000 Euro für die Veranstaltung locker gemacht, womit u.a. ein umfangreicher, dreisprachiger (deutsch/französisch/englisch) Katalog herausgegeben wurde. Weitere 70.000 Euro kommen aus EU-Geldern. Wien arbeite mit einem Gesamtbudget von rund 130.000 Euro vergleichsweise günstig, führte Ecker vor. Berlin habe 300.000 Euro zur Verfügung, Paris gar eine Million. Für 2006 haben auch Bratislava, Rom und Moskau bereits Interesse an einer Mitwirkung signalisiert.

Beworben wird der „Monat der Photographie“ mit einem grafischen Sujet des isländischen Pop-Art-Künstlers Erró, das in allen drei Städten auf die Veranstaltung aufmerksam machen soll. Über sämtliche Veranstaltungen informiert ein handlicher Guide, der ab Mitte Oktober, zusammen mit Broschüren aus Paris und Berlin, aufliegen wird. Der Katalog kann an den Veranstaltungsorten und im Buchhandel bezogen werden.

Infos: „Monat der Photographie“ im November 2004, weitere Informationen bietet das Infotelefon 01 / 799 50 91 sowie das Internet www.2004.photographie.com; Katalog 230 Seiten, eikon Verlag, 19 Euro, ISBN 3-902250-10-0

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