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Mögliche Fluchthilfe: Neue Ermittlungen in Causa Seisenbacher

Nach wie vor hat Seisenbacher Unterstützer in der Judo-Szene.
Nach wie vor hat Seisenbacher Unterstützer in der Judo-Szene. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Nach einem gescheiterten Fluchtveruchs von Ex-Judoka peter Seisenbacher wird nun wegen Begünstigung ermittelt. Ein heimischer Judo-Funktionör steht im Fokus der Ermittlungen.

Nach dem gescheiterten Fluchtversuch des unter Missbrauchsverdacht stehenden Ex-Judoka Peter Seisenbacher aus der Ukraine ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien wegen Begünstigung. Das bestätigte Behördensprecher Thomas Vecsey der APA. Im Fokus der Strafverfolgungsbehörde steht ein heimischer Judo-Funktionär, der sich - so die Verdachtslage - als Fluchthelfer für Seisenbacher betätigt haben könnte.

Seisenbacher versuchte mit verfälschtem Pass zu flüchten


Seisenbacher hatte sich vor rund drei Jahren in die Ukraine abgesetzt, um sich seinem für Mitte Dezember 2016 im Wiener Landesgericht angesetzten Prozess wegen Kindesmissbrauchs und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses zu entziehen. Dem zweifachen Olympiasieger wird vorgeworfen, nach seiner aktiven Karriere in einem Wiener Judo-Verein zwischen 1997 und 2004 drei im Tatzeitraum jeweils unmündige Mädchen missbraucht bzw. dies versucht zu haben. Als Seisenbacher befürchten musste, von Kiew an die Wiener Justiz ausgeliefert zu werden, nachdem die Ukraine im heurigen Frühjahr ein Zusatzprotokoll des Europäischen Auslieferungsübereinkommens unterzeichnet hatte, versuchte er mit einem verfälschten Pass die polnisch-ukrainische Grenze zu überwinden. Dabei wurde er festgenommen. Mittlerweile wurde er nach Wien überstellt. In der Justizanstalt Wien-Josefstadt wartet Seisenbacher auf seine Hauptverhandlung, die noch heuer stattfinden dürfte.

Verfälschter Pass war auf heimischen Judo-Funktionär ausgestellt

Der Pass, dessen sich Seisenbacher bediente - er selbst hat kein gültiges Reisedokument mehr, nach seiner Flucht war es von der Republik Österreich für ungültig erklärt worden -, war auf einen heimischen Judo-Funktionär ausgestellt. Wie Seisenbacher in den Besitz des fremden Passes gelangt war, ist nach wie vor unklar. Fest steht, dass der Judo-Funktionär von der Staatsanwaltschaft bereits als Beschuldigter vernommen wurde. Der Mann hatte Ende September gegenüber der APA behauptet, er habe das Fehlen seines Passes erst nach einem vorangegangenen Telefonat mit der APA bemerkt. Daraufhin habe er eine Polizeiinspektion aufgesucht.

Der als Fluchthelfer Verdächtige - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - ist hauptberuflich Detektiv und auf Betriebsspionage und Lebensmittelpunktfeststellungen spezialisiert. Er ist länderübergreifend tätig. Insofern erscheint es hinterfragenswert, dass er seiner Darstellung zufolge das Abhandenkommen seines Passes zumindest mehrere Wochen nicht bemerkt haben will. Denkbar erscheint, dass ein weiterer Helfer den Pass Seisenbacher in die Ukraine gebracht hat.

Judo-Szene: Seisenbacher hat nach wie vor Unterstützer

Recherchen der APA zufolge dürfte es in der Judo-Szene immer noch Personen geben, die dem einstigen Idol Seisenbacher die Stange halten und sich der Unterstützung des 59-Jährigen verschrieben haben. Ein direkter Bezug zwischen Seisenbacher und dem Berufsdetektiv ließ sich nicht eruieren. Eine Verwandte des Detektivs wird jedoch von einem früheren Spitzen-Judoka trainiert, dem seinerzeit eine enge Beziehung zu Seisenbacher nachgesagt wurde.

(APA/Red)

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