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Modezar Givenchy wird 75 Jahre

Nach dem Willen des Vaters hätte Givenchy eigentlich Jurist werden sollen. Mehr als die Paragrafen interessierten ihn jedoch die perfekte Linien. Er wollte Kleider entwerfen.

Audrey Hepburn war zierlich und feingliedrig, und eigentlich konnte sie alles tragen: Als der französische Modekönig Hubert de Givenchy die Schauspielerin kennen lernte, hüllte er sie in jenes traumhafte weiße Kleid, in dem sie mit Humphrey Bogart und William Holden in dem Erfolgsfilm „Sabrina“ tanzte. Schließlich wurde er ihr Haus-Couturier und sie zu seiner Muse. Am Mittwoch (20. Februar) feiert der Ästhet, Modemacher und Kunstliebhaber seinen 75. Geburtstag.

Für Givenchy war Audrey Hepburn die ideale Frau: „Sie hatte erstens die Figur eines Mannequins, dann hatte sie früher Ballettunterricht. Sie wusste also, wie man sich bewegt, wie man geht. Sie hatte Klasse. Heute findet man das bei niemandem mehr. Früher gab es Stars wie Ava Gardner oder Marlene Dietrich. Das waren Frauen, von denen man träumte, die einen inspirierten“, erklärte der Mode-Altmeister einst.

1995 zog sich der in Beauvais (Oise) geborene Sohn eines Verwaltungsbeamten aus dem Berufsleben zurück, doch nur für kurze Zeit. Knapp ein Jahr später nahm er das Angebot an, für das britische Auktionshaus Christie’s zu arbeiten. Der über 1,90 Meter große Franzose ist ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber. 1993 trennte er sich von rund 80 Kunstobjekten aus seiner kostbaren Sammlung. Die Versteigerung erbrachte mehr als 2,2 Millionen Euro (30,3 Mill. S). Heute widmet er sich nur noch in der Freizeit seinen Kunstsammlungen.

Nach dem Willen des Vaters hätte Givenchy eigentlich Jurist werden sollen. Mehr als die Paragrafen interessierten ihn jedoch die perfekte Linien. Er wollte Kleider entwerfen, in denen Frauen vorteilhaft und schön aussehen. Eines der zahlreichen Bücher über den Modemacher zieht denn auch die Bilanz: „Ein Leben für die Schönheit“.

An der Akademie der Schönen Künste in Paris begann er mit Modezeichnungen und ging bei Jacques Fath in die Lehre. Dort wurde er von Christian Dior entdeckt, der ihn an Robert Piguet weiterempfahl. Letzte Station seines Lehrpfades war das Studio von Elsa Schiaparelli. Die Italienerin war zu dieser Zeit wegen ihrer kühnen Entwürfe und schrillen Farben das „Enfant terrible“ der Haute Couture.

Mit gerade einmal 24 Jahren gründete Givenchy 1951 sein eigenes Haus. Die schlichte und feminine Eleganz wurde zu seinem Markenzeichen: Er schuf für die Tages- und Cocktailmode junge, flotte, klar umrissene Silhouetten. Bei seinen oft schwarzen Kostümen, deren Röcke eine Handbreit über dem Knie endeten, betonte er Schulter und Taille, und grazile Samtbustiers ergänzten bei anderen Modellen freche Glockenröckchen.

Als Givenchy sich 1995 vom Laufsteg verabschiedete, war er schon nicht mehr Herr seines Imperiums. Bereits 1988 verkaufte er sein Unternehmen an den Luxuswarenkonzern LVMH (Louis Vuitton Mot Hennessy), blieb aber allein verantwortlicher Designer.

Seine letzte Kollektion für den Herbst und Winter 1995/1996 widmete Givenchy seiner Muse Audrey Hepburn. Er zeigte mit kleinen Shiftkleidern in Orange und Kostümen mit knielangen, aufspringenden Röcken noch einmal das, was ihn berühmt gemacht hat: Eleganz und Schönheit.

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