Mochovce: Global 2000 verstärkt Forderung nach Umweltprüfung

Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 hat erneut die Forderung nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) des umstrittenen Kernkraftwerks Mochovce geäußert.

Bei einem Pressegespräch am Donnerstag stellte der Verein eine Studie vor, in der die technische Notwendigkeit für eine derartige Untersuchung erläutert wird. Vor zwei Wochen waren, ebenfalls in einer Studie, die rechtlichen Grundlagen für eine UVP dargelegt worden.

Der tschechische Kernkraftexperte Dalibor Stráský erklärte zum Inhalt der von ihm verfassten Studie: “Im Interesse der Wirtschaftlichkeit sollen in Mochovce die Reaktor-Brennstäbe länger im Reaktor bleiben und damit intensiver genutzt werden als ursprünglich geplant. Dadurch wird nicht nur mehr Wärme, sondern auch mehr Radioaktivität erzeugt”. Diese Auswirkungen müsse man bei den Sicherheitsvorkehrungen, etwa bei der Zwischenlagerung der Brennstäbe, beachten.

Silvia Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von Global 2000, forderte vor diesem Hintergrund erneut die österreichische Bundesregierung auf, “endlich aktiv zu werden und gegenüber der Slowakei für eine grenzüberschreitende UVP einzutreten. Wir haben bereits die rechtliche Machbarkeit bewiesen, diese Studie zeigt, dass eine Prüfung auch technischer Sicht notwendig ist”.

Die UVP-Richtlinie der Europäischen Union sowie das Espoo-Abkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE) schreiben bei neuen Vorhaben eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung vor, die auch die möglichen Risiken für Nachbarländer untersucht. Die Slowakei hat eine solche Prüfung bis jetzt abgelehnt: Das Kraftwerk besäße eine gültige Baugenehmigung aus 1986, es würde sich daher nicht um ein neues Projekt handeln, so die Argumentation.

Rückenwind für das Anliegen der Umweltschützer kam zuletzt von politischer Seite. Die Umweltsprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker, hatte vor zwei Wochen “dringenden Handlungsbedarf für Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Umweltminister Josef Pröll” geortet und eine UVP gefordert.

Ende Jänner hatte der oberösterreichische Landtag eine einstimmige Resolution verabschiedet, die ebenfalls die Bundesregierung zum Handeln auffordert. In den kommenden Wochen würden auch weitere Bundesländer diesen Kurs einschlagen, erklärte der oberösterreichische Anti-Atom-Beauftragte Gerhard Loidl am Donnerstag gegenüber der APA.

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